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Viko63 und Penglord auf der „Strada D’Amore“

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Tagged: Viko63Penglord

Elektronische Musik ist im deutschen Rap-Game angekommen und geht so schnell nicht mehr weg. Kaum einer hat das so verinnerlicht wie Newcomer Viko63, der mit seinem Produzenten und Homie penglord im vergangenen Jahr die Hip-Hop-Szene quasi über Nacht gestürmt hat. Schon seit einiger Zeit feilen die beiden im beschaulichen Lörrach, am südwestlichsten Zipfel Deutschlands, an ihrem Sound zwischen Rap, House und Elektro.

Mit süßem Wein zum TikTok-Hype

Erst 2021 ist es dann aber soweit und der große Hype bricht los. Songs wie „Sauf Sport Balance“ und „Mucho Gusto“ spülen Viko63 auf die Startseite von zahlreichen Tiktok-Usern und werden zu viralen Hits. Die Inspiration dafür stammt aus dem frühen Werk von Cloudrap-Vorreitern wie Yung Hurn genau wie aus der Rave-Kultur im nahen Basel – eine Mischung, die gut aufgeht.

Nun steht die erste Veröffentlichung des Dreamteams seit „Mucho Gusto“ an. Statt weiter in der technoiden Partyhit-Goldmiene zu schürfen, begeben sich Viko63 und Penglord in weitestgehend unbekanntes Terrain – auf die „Strada d’Amore“.

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Viko und Penglord auf den Irrwegen der Liebe

Unter diesem Titel veröffentlichen die beiden ihr neues Album, das mit sieben Songs und einer Spielzeit unter 20 Minuten aber eher wie eine EP ausfällt. Das hier trotzdem viel drinsteckt, verraten schon die ersten atmosphärischen Klänge des einleitenden Titeltracks. Begleitet von verträumten Synth-Flächen und einem pumpenden House-Beat spricht Viko aus dem Herz seiner Generation: „Alle wollen treu sein, doch bei vielen geht es nicht / Weil auf der Strada D’Amore zu viel Verkehr ist“.

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Yung Hurns Erbe

Die „Strada D’Amore“ scheint eine mit vielen Windungen und Kurven zu sein. Ihre verschiedenen Streckenabschnitte berappt Viko63 mit vagen Textideen, die mehr denn je an Yung Hurns frühe Releases à la „22“ oder „Krocha Tape“ erinnern. Konkretisiert werden die Bilder durch penglords Sinn für eine außergewöhnliche Produktion. Diese ist spürbar gereift und lässt nun auch mal die Beats schweigen, um Viko, nur in Saxophon gebettet, seine Raum zu lassen: „Mon Amour, bist du da? / Lass ein Licht an, falls ja“.

Von Amen-Breaks bis Synth-Pop

Im Gegenzug gibt es dann auch Momente, in denen penglord glänzen darf. „Automne“ ist eine instrumentale Interlude, balearische Percussion-Loops werden hier von melancholischem E-Piano ausgebremst und erzeugen eine herbstliche Schwere, die dem Titel gerecht wird. Überhaupt ist „Strada D’Amore“ eine musikalische Wundertüte – nie weiß man, was einen als nächstes erwartet. Da gibt es zerstückelte Amen-Breaks bei „Donner&Gewitter“, peitschenden Drum-n-Bass bei „Hallo“ oder auch den verspulten Synth-Pop von „Lauf mit mir“.

„Strada D’Amore“ zeigt, dass Viko63 und Penglord als Duo weiterhin perfekt miteinander harmonieren und sich auch inmitten der inzwischen zahlreichen Nachahmer mit einer eigenen Perspektive auf das zeitgenössische Elektro-Rap-Gemisch abheben.

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