Von 0 auf 100: Tommy Richman und sein „Million Dollar Baby“
Seit gut einer Woche scheint es, als sei er gefunden – der Sommerhit des Jahres 2024. Denn auch wenn die Jahreszeit noch gar nicht richtig angefangen hat und einige hochkarätige Releases noch anstehen, scheint es fast unmöglich zu schaffen was Tommy Richman mit dem Track „Million Dollar Baby“ geschafft hat – und zwar von quasi null auf 33 Millionen Streams in nicht einmal zwei Wochen.
Tommy who? Das werden sich die meisten zurecht fragen. Der US-amerikanische Musiker aus Woodbridge, Virginia ist keineswegs ein Newcomer, seit 2016 aber zugegeben musikalisch eher unter dem Radar zugegen. Als erstes Signing von seinem Mentor und RnB-Star Brent Faiyaz veröffentlichte Richman 2022 sein Debütalbum „Alligator“ – eine komplexe, neuartige Platte, deren Genialität von einzelnen Kritiker:innen erkannt wurde, es jedoch nie an die Mainstream-Oberfläche schaffte. Das ändert sich schlagartig, als er Anfang des Jahres anfängt, Schnipsel seines neusten, unreleasten Tracks auf TikTok zu teilen – und mit Release des dahinter steckenden Tracks „Million Dollar Baby“ schlägt endlich der große Durchbruch ein.
„Ich brauche ein ganzes Album davon, was auch immer das für ein Genre ist“, lautet der Top-Kommentar auf YouTube und wirft die Frage nach der musikalischen Einordnung Tommy Richmans auf. Der Sänger bedient sich nach Lust und Laune am Neo-Soul, Funk, Alternative und RnB und verpackt die einzelnen Elemente unter einem Hip-Hop-Schirm zu dem eingängigen, herausstechenden Sound, der Mitschuld für den immensen Erfolg von „Million Dollar Baby“ sein dürfte.
Natürlich steht bei solch einem Phänomen immer die Frage im Raum, ob es sich nicht einfach „nur“ um ein One-Hit-Wonder handelt. Das kann auch hier der Fall sein, aber Tommy Richman gibt eher den Anschein, als sei „Million Dollar Baby“ erst der Anfang einer langen und bedeutenden Diskografie
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