Vorwürfe gegen Lizzo – Tänzerinnen erheben Anklage
Aktuell muss sich die Rapperin und Sängerin Lizzo harten Vorwürfen stellen: Am Dienstagabend wurde sie von ihren drei ehemaligen Tänzerinnen Arianna Davis, Crystal Williams und Noelle Rodriguez vor einem Gericht in Los Angeles angeklagt. Dabei geht es um Vorwürfe der sexuellen, religiösen und rassistischen Belästigung, Diskriminierung aufgrund einer Behinderung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung – Anklagepunkte, die kaum gegensätzlicher zum öffentlichen Bild von Lizzo sein könnten. Die Frauen fordern nun Schadenersatz.
Zu den Vorwürfen
Aus der Anklageschrift des Los Angeles County Superior Court geht hervor, dass Lizzo mit ihrem Team nach einem Konzert in Amsterdam einen Sex-Show besucht habe soll. Hier soll die Sängerin eine der Tänzerinnen dazu gedrängt haben, die Brüste einer nackten Tänzerin in einem Strip-Club anzufassen. Ebenfalls wird Lizzo beschuldigt, die selbe Frau aufgrund von Gewichtszunahmen beschimpft zu haben. Nachdem diese Tänzerin ein Gespräch mit Lizzo aufgezeichnet hatte, wurde sie im Mai 2023 entlassen.
Die Vorwürfe richten sich außerdem auch an Shirlene Quigley, die Lizzos Tanz-Crew anführt. Aussagen der Kläger:innen zufolge, habe Quigley den schwarzen Tänzer:innen des Teams oft vorgeworfen, faul und unprofessionell zu sein und eine schlechte Einstellung zu haben, heißt es. Gegen nicht-schwarze Mitglieder des Tanzteams seien diese Vorwürfe nicht erhoben worden sein. Weiterhin wird Quigley beschuldigt, den Tänzerinnen ihre christlichen Überzeugungen aufgedrängt zu haben.
Mehr Informationen zum Sachverhalt findet ihr hier nochmal, sehr gut erklärt:
@thetalkofshame Just read the lawsuit against Lizzo. Here’s what it says.
♬ original sound – Kiki Monique
@thetalkofshame Replying to @andreea | nico ♬ original sound – Kiki Monique
Update 03. August 2023, 15:30 Uhr
Auf Instagram äußert sich Lizzo nun zu den Vorwürfen. Um 14 Uhr veröffentlichte sie einen Instagram-Post, in dem sie die Vorwürfe zurückweist. „Die letzten Tage waren äußerst schwierig und eine überwältigende Enttäuschung. Meine Ethik, meine Moral und mein Respekt wurden in Frage gestellt. Mein Charakter wurde kritisiert. Normalerweise reagiere ich nicht auf falsche Anschuldigungen, aber diese sind so unglaublich, wie sie klingen, und zu empörend, um nicht angesprochen zu werden.“ schreibt sie. Weiter heißt es: „Diese sensationslüsternen Geschichten stammen von ehemaligen Mitarbeitern, die bereits öffentlich zugegeben haben, dass ihnen gesagt wurde, ihr Verhalten auf der Tour sei unangemessen und unprofessionell.“
In dem Statement betont sie, dass sie sich selbst nicht als Opfer darstellen will, jedoch auch nicht der „Bösewicht“ sei, als der sie in den letzten Tagen von den Medien dargestellt wurde. „Ich gehe sehr offen mit meiner Sexualität um und bringe mich selbst zum Ausdruck, aber ich kann nicht akzeptieren oder zulassen, dass Menschen diese Offenheit nutzen, um mich zu etwas zu machen, das ich nicht bin. Es gibt nichts, was ich ernster nehme als den Respekt, den wir als Frauen in der Welt verdienen. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man sich täglich für seinen Körper schämt, und würde niemals einen Mitarbeiter wegen seines Gewichts kritisieren oder tyrannisieren.“ Damit nimmt sie Bezug auf die Body Shaming Vorwürfe, die aus der Anklage der ehemaligen Tänzerinnen hervorgingen. Über den Vorfall in Amsterdam spricht sie in ihrem Statement nicht.
Das komplette Statement findet ihr hier:
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