Wa22ermann und Apsilon machen einen nächtlichen Streifzug durch Berlin in „Blaurot“
Berlin bei Nacht, kalt und dreckig. Die Tristesse und Unbarmherzigkeit der Hauptstadt auf dem Nachhauseweg, während sich die Nacht in den Morgen verabschiedet, wurde unvergesslich von Peter Fox in „Schwarz zu blau“ dokumentiert. Wa22ermann beschreibt in „Blaurot“ ein sehr ähnliches Szenario, hier bezieht sie sich aber nicht auf die sich ändernden Farben des Himmels, sondern auf die der Lichter, die die nächtliche Stadt erhellen.
Kalt und ablehnend rappt Wa22ermann über den Weg von Moabit nach Kreuzberg. Begleitet ist sie von ihrem Four Music-Kollegen Apsilon, auf dessen Song „BLBH“ sie schon vor einigen Monaten gefeatured hat. Dafür revanchiert sich Apsilon auf „Blaurot“ mit einem Verse, die durch einen abwechslungsreichen Flow mit geschickt gesetzten, kurzen Pausen überzeugt. „Irgendwo pocht mein Herz noch unter ‘ner Schicht aus Misstrauen“, fasst er die distanzierte Einstellung zur Stadt zusammen. Seine apathische Delivery kontrastiert Wa22ermann durch ihre melodische Hook, dieses Hin und Her zwischen den beiden Rapper:innen hält den Song konstant spannend.
Auf „Blaurot“ verfolgt Wa22ermann nicht die Drift-Phonk- und Elektro-Einflüsse ihrer letzten Single, sondern liefert wieder düsteren Trap. Der Beat stammt hier von keinem geringeren als Florida Juicy, der auch schon für Longus Mongus, Verifiziert oder Kid Kapri produziert hat. Die nächtliche Kulisse Berlins zeichnet sich vorm inneren Auge ab, denn das Instrumental erzeugt eine ähnlich kühle Stimmung, die durch Sirenensamples noch greifbarer wird. Abwechslungsreich und dynamisch ist der Beat dank kurzer Vocal Chops oder Synthesizer-Akzenten, die eingeworfen werden. Viele kleine, verspielte Details finden sich auch im vertrackten Drumbeat.
Erste EP kommt in zwei Wochen
Wa22ermanns konstanter Output, der sich aber immer ein wenig voneinander und vor allem von vielen Kolleg:innen im Deutschrap unterscheidet, macht sie zu einer der spannendsten Newcomer:innen, die Berlin aktuell zu bieten hat. Fans der Kreuzberger Rapperin dürfen sich auf ihre Debüt-EP „07:30“ freuen, die am 16. Februar erscheint.
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