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Was macht „Panama“ von Greeen zum TikTok-Hit?

Posted in: News
Tagged: Greeen

Auf TikTok geht ein Track des Mannheimer Rappers Greeen gerade ziemlich durch die Decke. Vielleicht habt ihr auch schon Leute zu „Panama“ Lip-synchen gesehen? Dabei veröffentlichte Greeen den Track bereits vor über einem Jahr. Auf TikTok gibt es mittlerweile über 18 Tsd. Videos mit diesem Sound, von denen ein Großteil gerade erst in den letzten zwei Monaten veröffentlicht wurde. Und allein das offizielle Musikvideo-Snippet auf Greeens TikTok-Account wurde mehr als 2,4 Mio. Mal aufgerufen. Da drängt sich besonders eine Frage in den Vordergrund: Was macht den Track gerade jetzt so beliebt?

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Zu Greeens Backstory

Greeen, bürgerlich Pasquale Valentin Denefleh, ist ein Rapper aus Mannheim, der seit 2013 unter unterschiedlichen Pseudonymen alternative Hip-Hop und Reggae-Musik macht. Er hat bereits fünf Studioalben selbständig herausgebracht sowie unzählige Singles, von denen einige auch ihre eigenen viralen Momente hatten. Auch als Youtuber veröffentlicht er seit elf Jahren Musik und Video-Content, die in den letzten Jahren mit Millionen von Klicks belohnt wurden. Allerdings liegen die Hochzeiten dieser YT-Viralität für Pasquale mittlerweile vier bis sieben Jahre zurück. Und keines seiner Videos auf TikTok, Instagram oder Youtube aus der näheren Vergangenheit kommt wirklich an den Hype heran, den „Panama“ gerade erfährt.

Denn auch wenn Greeen den Song schon vor über einem Jahr veröffentlicht hat, scheint dieser außerhalb der „Greeen Bubble“ erst in den letzten anderthalb Monaten angekommen zu sein. Auf Spotify kann „Panama“ mittlerweile über 10 Mio. Streams vermerken, obwohl man ihn vor knapp zwei Monaten in keiner offiziellen Playlist der Streaming-Plattform gefunden hätte. Und auch wenn das Musikvideo schon letzten August das Licht der Welt per Youtube erblickte, knackte es erst heute die 1 Mio. Marke. Allerdings sollte man hier vermerken, dass fast 300k Klicks allein in den letzten 30 Tagen dazugekommen sind.  

Ist „Panama“ besonders?

Musikgeschmack ist stets eine subjektive Angelegenheit. Offensichtlich erfindet Greeen, zusammen mit seinem Produzenten Polanskyyy, das Rad bzw. das Format eines Deutschrap-Lovesongs mit tropischen Urlaubsvibes hier nicht wirklich neu. Man fühlt sich vielleicht sogar direkt an Cros 2010er Hitstrecke erinnert, die genau diese Spur professionell mit „Einmal um die Welt“ oder „Easy“ befahren hatte, und ja, dieser nostalgische Aspekt könnte vielleicht eine Erklärung für den Hype sein. Denn ähnlich wie Cro dato 2013 ist Greeen auf „Panama“ über beide Ohren verliebt und besingt das in den 2:37 Min mit der Energie und Bildlichkeit eines in die Liebe vernarrten Schuljungen. So fallen zum Beispiel Zeilen wie „Du bist Farbe und ich der Pinsel“ oder „Du bist Kunst, mein Mandala / Bin verliebt, maximal, noch mehr geht nicht“.

Aber besonders das Musikvideo scheint einen TikTok-Nerv getroffen zu haben. Dort erzählt die Caption, dass Greeen zusammen mit seiner Freundin in den Urlaub gefahren ist und dort das Musikvideo gedreht hat. Mit seinen Roadtrip-, Strand-, und Gelassenheitsgefühlen vermittelt das Video auf jeden Fall einen ziemlich idyllischen und vor allem sommerlichen Vibe, den sich viele Zuschauende vielleicht auch für sich wünschen.

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Auch Denefleh ist überrascht

Auf Instagram teilte Denefleh vor knapp sieben Wochen einen Danksagungspost, in dem er sich besonders bei seinen Fans bedankte, die „Panama“ geteilt und gestreamt haben. Er betonte außerdem, dass der Erfolg der Single ohne Beihilfe von großen Musiklabels oder Playlist Placements von statten gegangen ist, sondern dieser durch die mehr als zehn Jahre seines Hustlens erreicht wurde.

Noch einen in Petto?

Auch wenn „Panama“ ohne Labelunterstützung bis an die Spitzen von Streaming-Charts klettern konnte, kann sich Denefleh über ein weiteres potentiell von Streaming-Plattformen beflügeltes Revival eines anderen, älteren Songs freuen. Denn auch sein Track „Wunderschönes Wesen“ von 2019 findet momentan neue Aufmerksamkeit und ist unter anderem in der „Rap oder Liebe“-Playlist von Spotify gefeatured.

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