Wash Us In The Blood: Kanye West veröffentlicht mit Travis Scott erste Single samt Musikvideo seines neuen Albums „God’s Country“
„Holy Spirit come down, we need you now“ fordert Kanye West am Ende des Musikvideos zu seiner neuen Single „Wash Us In The Blood“ mit Travis Scott. Das Video erschlägt den Zuschauer mit erschreckenden Bilder aus den Vereinigten Staaten: Polizeigewalt, Lungenversagen, Schlägereien, Schießereien, Gefängnisszenen, Verfolgungsjagden – was viele Schwarze Einwohner des „Landes der unendlichen Möglichkeiten“ tragischerweise ihren Alltag nennen. Wie konnte es dazu kommen? Ye’s Antwort: Sklaverei. Die Folgen: Kriminalität, Drogenhandel, Genozide, Bandenkriege. Nachdem Kanye vor knapp zwei Jahren seinen Weg zu Gott fand, der unter anderem die Heilung oder zumindest Milderung seiner bipolaren Störung mit sich brachte, will er nun Gottes Segen über das amerikanische Volk bringen in einer Zeit, in der Änderung dringend nötig ist. „Ich wollte eigentlich nicht mehr Rappen, weil ich so lange für den Teufel gerappt habe, dass ich garnicht wusste, wie man für Gott Rappen sollte. Einer meiner Pastoren sagte zu mir ‚Mein Sohn wünscht sich ein Rap-Album über Jesus von Kanye West.‘ Er sagte nicht ‚Kanye West, mach dies‘ oder ‚du musst das machen.‘ Er hat einfach was gesagt, was ein Kind sagt und das hat den Unterschied gemacht“ erzählte Kanye im April in einem Interview mit GQ. So finden sich auf dem ersten Song seines neuen Albums „God’s Country“ Zeilen wie „Rain down for my mom / Rain down on the farm / Shower us with your love / Wash us in the blood / Drop this for the thugs / Know I grew up in the mud / The top is not enough / Wash us in the blood“, in denen Kanye West Gott um Hilfe bittet. Auch wenn in der Gesellschaft eher das Abkehren von Religiosität zu beobachten ist und solche Zeilen sicherlich von vielen belächelt oder kritisch beäugt werden, etwas Positives hat Kanye’s Umdenken zumindest. Er kümmert sich um andere, anstatt wie so oft mit Scheuklappen durch die Welt zu laufen und seine Ego-Schiene zu fahren – und genau diesen Kanye brauchen die USA in diesen Momenten. Einen solchen Kanye, der sogar Travis Scott dazu bewegen kann, statt über Autos, Frauen und Geld, über die Todesstrafe zu rappen, die in 30 Staaten der USA noch als Bestrafung für Mord praktiziert wird.
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