Wegen mentaler Gesundheit: Beachpeople sagt Konzerte ab
Dass die Musikbranche sehr stressig und psychisch belastend sein kann, wissen viele, die in ihr arbeiten. Und die Zahlen belegen das eindeutig: 34 Prozent der sogenannten „touring Professionals“, also die Menschen, die regelmäßig auf Tour sind, leiden an einer klinischen Depression. 69 Prozent der Musiker*innen leiden unter Ängsten. Das belegen Studien, die vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie und den dadurch entstandenen Problemen für die Branche durchgeführt wurden.
Hoffnungsvollerweise wird das Thema „Mentale Gesundheit“ – auch in der Musik – in den letzten Jahren in verstärkt in der Öffentlichkeit in den Fokus gerückt. So sprechen Künstler*innen wie Billie Eilish, Casper oder Haftbefehl offen über das Thema „Mentale Gesundheit“. Auch der Podcast „Danke, gut“ von Miriam Davoudvandi bietet dem Thema mit tiefgehenden Gesprächen eine wichtige Plattform. Der Mental Health in Music Verband wiederum bietet betroffenen Musiker*innen eine zentrale Anlaufstelle mit verschiedenen Workshops zum Thema an.
Konzertabsagen – „ich schaffe das gerade nicht“
Die in den letzten Jahren entstandene Aufmerksamkeit und ein achtsamerer Umgang mit psychischen Krankheiten scheint nun einen immer offeneren Umgang nach sich zu ziehen: Malte Huck, der ehemals bei AnnenMayKantereit Bass gespielt hat und seit geraumer Zeit unter dem Namen Beachpeople Musik veröffentlicht, hat sich gestern bei Instagram mit einem Statement zu Wort gemeldet. Schweren Herzens sagt er seine kommenden Konzerte ab und schreibt dazu: „nach längeren gesprächen mit meinen engsten menschen und meiner therapeutin habe ich aber leider feststellen müssen, dass die letzten wochen körperlich und vor allem psychisch ganz schön was mit mir gemacht haben. ich hab so viel abgewägt, aber ich merke, dass das risiko zu hoch ist und ich alle konzerte am wochenende nicht spielen kann. ich musste noch nie konzerte aus gesundheitlichen gründen absagen und jetzt schon 6 festivals. das macht mir auf mehreren ebenen richtig sorgen, aber ich schaffe das gerade nicht und muss da auf mich hören.“
Man merkt dem Text an, wie schwer es Malte Huck fällt, diese Konzerte abzusagen. Die mentale Gesundheit ist die Grundvoraussetzung für unser Wohlbefinden, unsere Lebenszufriedenheit und unsere berufliche Leistungsfähigkeit. Nicht nur die eigentlich schöne und freudige Aktivität Konzerte zu spielen fällt weg, sondern auch die Lebensgrundlage. An dieser Stelle deshalb: Gute Besserung & take your time, Beachpeople! Das machst du genau richtig. Wir freuen uns, dich bald wieder auf der Bühne sehen zu können.
Trostpflaster neuer Song
Ein kleines Trostpflaster für die ausgefallenen Konzerte gibt es dennoch: Beachpeople hat seinen neuen Song „one second less to live“ veröffentlicht. Auch wenn die Musik annähernd sorgenfrei klingt, handelt diese von Weltschmerz und Verzweiflung, Unzugehörigkeit und Isolation. Am 16. September erscheint die Debüt-EP „i’ll be gone for a little while“ von Beachpeople.
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