Weihnachtsgrüße von OK Kid und Sebastian Krumbiegel von Die Prinzen
Pünktlich zum Nikolaus gibt es heute nicht nur Mandarinen und Schokoweihnachtsmänner geschenkt, sondern auch einen Weihnachtssong von OK Kid feat. Sebastian Krumbiegel von Die Prinzen. Eine unerwartete Kombi möchte man meinen, doch Sebastian kennt die Band aus der Stadt ohne Meer schon lange: „Ich hab mit Jonas für unser letztes Prinzen-Album geschrieben, und wir hatten sofort einen Draht. Irgendwann sagte ich ihm, dass ich OK Kid – Fan bin, ob wir nicht mal was zusammen machen wollen. Er wollte, Raffi & Moritz auch, und so ist es gekommen. Musik verbindet, Musik ist keine Konkurrenz-Veranstaltung – ich bin sehr glücklich, dass wir zusammen ‚Das Fest der Liebe‘ feiern.“
Doch wer OK Kid schon etwas länger verfolgt, kann sich schon fast denken, dass es sich bei „Fest der Liebe“ nicht einfach um einen klassischen Weihnachtssong handelt. Zwar gaukeln uns das die friedlich läutenden Glöckchen und der von Die Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel eingesungene Chor zu Anfang des Songs vor, doch mit den ersten Sätzen der Strophen wird klar: Von weihnachtlicher Harmonie ist hier keine Spur.
Der Tisch ist gedeckt!
„Seid so lieb und tuschelt doch noch ein bisschen weiter / Ich würd mich gern, wenn‘s nicht stört, kurz über’n Tisch erleichtern!“, singt Jonas von OK Kid und nimmt uns in den folgenden fast vier Minuten mit an den festlichen Weihnachtstisch, an dem am 24. Dezember jährlich nicht nur Generationen, sondern auch politische Haltungen, sexuelle Orientierungen und Lebensrealitäten aufeinander treffen – und das führt, wie wir alle wissen, oft zu Konflikten. „In einer Familie kann man sich die Menschen mit denen man am Tisch sitzt ja nicht aussuchen, sondern die ‚Nächsten‘ werden einem quasi mit der Geburtsurkunde zugeteilt. Wenn dann noch Weihnachten ist und die Erwartungshaltung an Harmonie und Liebe so hoch ist, kann häufig das Gegenteil entstehen. Im Alltag kann man dem eher noch aus dem Weg gehen, aber an Weihnachten prallen dann die unterschiedlichen Charaktere aufeinander.“, erklärt Jonas von OK Kid.
Eine willkommene Abwechslung zu Mariah Carey
In „Fest der Liebe“ geht es um eine Familie, die im Kern eigentlich ziemlich kaputt ist und nur nach Außen hin versucht, den Schein zu waren. Diese steht stellvertretend für die Situation in vielen Haushalten – gerade an Weihnachten. „Hier werden Probleme und die wahren Bedürfnisse nicht ausgesprochen, sondern ‚runtergeschluckt‘ und ausgesessen.“, sagt Jonas über ihre neue Single. „Klingt ein bisschen wie vor 100 Jahren, aber viele Erzählungen mit Freundinnen und Freunden, bestätigen uns im Gefühl, dass sowas auch heute noch sehr häufig vorkommt.“
„Fest der Liebe“ ist damit also vielleicht der realste Weihnachtssong, den wir hier je vorgestellt haben und definitiv eine willkommen Abwechslung zwischen all den Mariah Careys und Wham!s dieser Welt – besonders das Ende von „Fest der Liebe“, welches euch musikalisch sicherlich überraschen wird.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.