Wer auf Taylor Swifts „The Tortured Poets Department“ gut weg kommt – und wer nicht
Vor fünf Tagen hat Taylor Swift mit „The Tortured Poets Department“ das wohl heißesten begehrte Album 2024 veröffentlicht – genug Zeit also, um die 31 Songs des Doppelalbums zu analysieren, die mit einer Fülle an Referenzen und Name-Dropping daherkommen. Mindestens genauso spannend, wie die vielen versteckten Anspielungen auf dem Album sind auch ihre Auswirkungen in der echten Welt, die noch einmal untermauern, zu was für einer popkulturellen Gigantin Taylor Swift mittlerweile angewachsen ist. Wir haben für euch einmal die größten Gewinner:innen und Verlierer:innen des Albums zusammengefasst.
Top 3 Gewinner:innen
- Patti Smith
„I laughed in your face and said ‚You’re not Dylan Thomas. I’m not Patti Smith. This ain’t the Chelsea Hotel. We’re modern idiots‘“ heißt es im Titeltrack „The Tortured Poets Department“. Diese simple Zeile über die US-amerikanische Rock-Sängerin und Poet und Autor Dylan Thomas sorgt dafür, dass sich die Suchanfragen nach Patti Smith im Internet innerhalb der letzten 5 Tage vervierfacht haben und nun auf einem Rekordhoch stehen. Auf Instagram bedankt sich die Punk-Ikone für die Referenz.
- „The Black Dog“-Pub in London
Im Song „The Black Dog” erzählt Taylor von einer gleichnamigen Bar, die ihr Ex-Freund Joe Alwyn öfter besucht zu haben scheint. „And so I watch as you walk / into some bar called The Black Dog” singt Taylor in den Lyrics des Songs. Und egal ob sie oder Joe wirklich einmal dort waren, oder der Pub in den Lyrics ein fiktiver Ort ist – dem „The Black Dog“-Pub in London hätten wohl kaum etwas besseres passieren können. Seit Veröffentlichung des Albums vergangenen Freitag stürmen Londoner Swifties den Pub, der aus dem unerwarteten Ruhm gleich ein Verkaufsmodell macht: Die ersten hundert Swifties, die aus Taylors Lyrics zitieren können, bekommen ein gratis „Swift Half“-Bier.
- Charlie Puth
Der größte Gewinner von „TTPD“ dürfte wohl „See You Again“-Sänger Charlie Puth sein. Ihm gebührt die Ehre von Taylor Swift mit der Line „We declared Charlie Puth should be a bigger artist“ im Titeltrack gesegnet zu werden – die natürlich augenblicklich seine Social-Media-Zahlen steigen lässt, Swiftie-Power sei Dank.
Top 3 Verlierer:innen
- Kim Kardashian
„TTPD“ hat auch einige Rachemomente auf Lager – und besonders Kim Kardashain muss ordentlich einstecken. Grundlage für den Beef zwischen Taylor und Kim war der Track „Famous“ von Kanye West mit der Zeile: „I feel like me and {Taylor} might still have sex / I made that bitch famous“. Taylor war zurecht empört, Kanye hingegen behauptete, er hätte Taylors Einverständnis für die Lyrics bekommen. Laut der Sängerin nur die halbe Wahrheit, denn die konkrete Zeile sei ihr nicht zur Freigabe vorgelegt worden. Daraufhin hat Kim Kardashian ein Video geleakt, dass sich sehr so anhört, als gebe Taylor ihr okay zu dem gesamten Song, was nicht der Wahrheit entspricht. Diese Thematik nimmt Taylor im Song „thanK you aIMee” zum Anlass, Kim Kardashian durch die Blume ordentlich zu dissen – die daraufhin schlappe 100.000 Follower:innen auf Instagram verliert. Man muss nur die großgeschriebenen Buchstaben im Track beachten, oder sich Lines wie „And so I changed your name and any real defining clues / and one day your kid comes home singing / a song that only us to is gonna know is about you“. Die spielen nämlich auf ein virales Video von Kims Tochter North an, wie sie Taylor’s Hit „Shake It Off“ lipsyncht.
- Matty Healy & Joe Alwyn
Im Voraus waren sich Presse und Fans sicher, „TTPD“ wird sich um die Trennung zwischen Taylor und ihrem Ex-Freund Joe Alwyn drehen – dass die Affäre mit The 1975-Sänger Matty Healy eine ebenso große Rolle spielt, hat die meisten daher ziemlich überrascht. Ob der Sänger selbst mit dieser Rolle gerechnet hat, ist unklar, Fakt ist nur: Gut kommt er auf „TTPD“ nicht weg. „You needed me but you needed drugs more / And I couldn’t watch it happen” heißt es im Track „Chloe or Sam or Sophia or Marcus”. Und auch abseits davon beeinhaltet der Song viele dramatische Lyrics über eine Liebe, die hätte sein können, wäre der Gegenpart nicht scheinbar unfähig zu lieben.
Ihr langjähriger Freund Joe Alwyn erwischt es nicht besser, im Gegenteil. „You swore that you loved me but where were the clues? I died on the altar waiting for the proof” heißt es im Track „So Long, London“. Eine Zeile, die das langjährige Gerücht stärkt, Taylor wäre bereit gewesen, Joe zu heiraten, doch dieser habe die Chance nie ergriffen. Das führt zu reichlich bösem Blut, wenn Taylor weiter im Track davon singt, wie ihr ihre Jugend genommen wurde: „The spirit was gone, we would never come to / And I’m pissed off you let me give you all that youth for free”.
- Die Konkurrenz
Am meisten leid tun können einem alle, die versucht haben, es an ihrem Release-Day mit Taylor aufzunehmen. Denn die Sängerin tat das, was sie im besten kann: und zwar unfassbare Rekorde aufstellen. Mit „TTPD“ übertrifft sie sich selbst und stellt erneut Allzeitrekorde auf. Allein in Deutschland ist „TTPD“ mit 11,5 Millionen Streams das am Start-Tag erfolgreichste Album jemals – und auch weltweit stellt Taylor mit über 300 Millionen Streams binnen 24 Stunden diesen und viele andere Rekorde auf.
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