Wie schaut’s aus in „Harry’s House“?
Harry Styles ist momentan in aller Munde, denn der beliebte Pop-Künstler und Ex-One-Directioner hat nach drei Jahren endlich eine neue Platte veröffentlicht. Auf dieser lädt er uns liebevoll zu sich nach Hause ein. Und wenn wir die Gelegenheit schonmal haben, schauen wir uns natürlich neugierig um, was es da so zu sehen gibt.
Exquisite Plattensammlung
Als erstes fällt natürlich seine exquisite Plattensammlung auf, in der Steely Dan, Jimmy Jam oder Terry Lewis zu finden sind. Der Groove von „Late Night Talking“ erinnert genau an diesen 80er Vibe. „Daydreaming“, der neunte Song des Albums, wiederum zitiert die Brothers Johnson mit einem Sample von „Ain’t We Funkin‘ Now“.
In der Plattensammlung sind aber nicht nur funkige Tracks zu finden, Harrys Repertoire beinhaltet auch zarte Akustikgitarren – sowie Piano-Klänge in „Little Freak“ oder „Matilda“. Dabei lautet die erste Zeile aus „Matilda“: „You were riding your bike to the sound of ‚It’s No Big Deal’“. Und auch wenn Harrys Fan-Gemeinde sonst fleißig jedes kleine Easteregg in seinem Schaffen ausfindig macht, scheint noch niemand dahinter gekommen zu sein, welcher Song hier als Fahrrad-Soundtrack gemeint ist. Unsere Vermutung: Der Katy Perry-Klassiker „This Is How We Do”, in dem die Zeile „It’s No Big Deal“ schließlich sehr präsent vorkommt. Katy und Harry sind außerdem schon lange und gut befreundet und nicht zuletzt eignet sich „This Is How We Do“ einfach sehr gut zum entspannten Strampeln auf dem City-Bike.
Kindheitserinnerungen im Bücherregal
„Matilda“ scheint aber auch in Harry’s Bücherregal zu stehen, denn der Titel des ruhigen Songs ist eine Anspielung an das Kinderbuch von Roald Dahl. Matilda ist in diesem die hochbegabte Protagonistin aus zerrüttenden Familienverhältnissen. Harry greift das Buch und die Familienthematik auf, indem er sich in eine Beobachterpostion hineinversetzt: „You can see the world, following the seasons / Anywhere you go, you don’t need a reason / ‚Cause they never showed you love / You don’t have to be sorry for doing it on your own”. Eine weitere Buchreferenz war auch bereits auf seinem letzten Album mit dem Song „Watermelon Sugar“ zu finden, der an den Roman „In Wassermelonen Zucker“ von Richard Brautigan angelehnt war.
Schummriges Licht im Heimkino
Um das mediale Spektrum zu vervollständigen, darf natürlich ein in schummriges Licht getauchtes Heimkino nicht fehlen, wo man sich schon mal näher kommen kann. „Tell me what you want and you got it, love / I want all of you / Gimme all you got / That’s cinema / That’s cinema, uh-huh” lautet der Text in „Cinema“. Über den Song wurde bereits viel spekuliert und die Gerüchteküche brodelt. Beschreibt Harry hier etwa seine Beziehung zur Film-Regisseurin, Produzentin und Schauspielerin Olivia Wilde, die er bei einem Filmdreh kennenlernte? Bis jetzt lassen sich nur Vermutungen anstellen, aber so oder geht es in Harrys „Cinema“ nicht langweilig zu.
Sommer-Outfits im Kleiderschrank
Ein zentrales Möbelstück der Platte ist definitv auch der Kleiderschrank. Nicht nur weil Harry für seine schillernden Outfits bekannt ist, sondern auch weil sich die Sounds der Platte, wie weicher Samt und luftige Seide an einen schmiegen. So kann „As It Was“ zum Fahrradausflug getragen werden, während die Haare im Wind wehen und die Melodie unbeschwert durch die Luft gleitet. „Satellite“ wiederum ist ein L.A.-Outfit, bei dem die Klamottenschichten nach und nach fallengelassen werden. Denn auf ein minimalistisch-melancholisches Intro folgen beschwingte Drums zu den Zeilen: „I’m in an LA Mood / I don’t wanna talk to you / She said, ‘Give me a day or two‘“. L.A. ist hier nicht ohne Grund die gewählte Referenz, denn die Stadt war lange Zeit ein Zuhause für den jungen Künstler.
Eine Speisekammer voller Delikatessen
Und was ist das Beste in einem Haus? Eine vollgepackte Speisekammer, die dazu einlädt Essen zu teilen und Zeit mit seinen Liebsten zu verbringen. In „Harry’s House“ wird unter anderem gebratener Reis und Grüner Tee serviert im Gute-Laune-Track „Music For a Sushi Restaurant“ oder „Maple syrup / Coffee, pancakes for two“ in „Keep Driving”. Und wenn sich dann die Abendstunden nähern, wird für den romantischen Gegenpart in „Grapejuice“ sogar zu den besonders teuren Jahrgängen gegriffen: „A bottle of rouge, just me and you / 1982, just me and you“.
Gerne wieder
Nach unserem ausgedehnten Rundgang können wir feststellen: Es ist gemütlich in Harrys verwinkelten Haus. Man stellt es sich tagsüber sonnendurchflutet vor und abends bei romantischem Kerzenschein oder in Disco-Licht getaucht. Seine Möbel und Zimmer wirken vielleicht einzeln betrachtet teilweise etwas unaufregend, im Gesamtkonzept sind sie allerdings sehr geschmackvoll aufeinander abgestimmt. Und die Hauptsache ist ja vielleicht sowieso, dass Harry als Hausherr und wir, seine Gäste, sich wohlfühlen und was das angeht: Volltreffer.
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