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„Wir spielen 2030 Columbiahalle!“: Berlins neue Rap-Crew TZK

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Wer sich beim Scrollen durch die Releaseplaylists der vergangenen Monate fragt, wer oder was TZK ist, wurde beim eifrigen Googeln wahrscheinlich erstmal enttäuscht. Denn hier soll es nicht um ein Technologiezentrum oder alte Wikipedia-Einträge gehen, sondern um Musik – und zwar Rap. Die Suche wird also auf das moderne Recherche-Tool Instagram verlegt und zeigt sich auch direkt erfolgreich. @tzk030 erscheint und wir haben gefunden, was wir suchen: Deutschlands neue Rap-Crew TZK.

Zwischen all den Rap-Kollektiven à la K.I.Z, BHZ, TBK uvm., die wir hierzulande zählen, gesellt sich nun also auch die Berliner Clique TZK dazu. Zur Gang gehören BURU INU, BÄNGEL G, Hdes Underground, KLAPSI, OCIN A, Toni Drap und Moses – alle aus Berlin. Und musikalisch haben TZK schon einiges zu bieten. Die erste Single „Aua“ veröffentlichten TZK kurz nach Weihnachten 2023.  Hier nehmen sie ihre Hörer:innen mit in das, was von einer durchzechten Nacht übrig bleibt: „Clubabend wieder übertrieben (Aua) / Scheiße, es ist wieder viertel sieben (Aua)“. Danach folgten stetig weitere Releases, das erste „Tape zum Kontern“ erschien im April 2025. Im Oktober diesen Jahres folgte dann die EP „Es Läuft Flüssig“. Ganz nach dem Motto „Wenn du etwas liebst, dann mach’ es“ stellen TZK auf dieser EP fest, dass „Es läuft“. Und da die Kreuzberger Rapper lieben, was sie machen, veröffentlichen TZK auch weiter fleißig Singles. Mitte November folgte mit „TELEGRAM“ schon der nächste Track.

„TZK ist fantastisch“

TZK machen Musik mit pulsierenden Beats, eingängigen Lines und nostalgischen Instrumentals. Die Berliner stellen auf den Tracks ihren Kreuzberger Rap unter Beweis und verlieren sich nicht in überspitzter Attitüde. Denn trotz der klaren Einflüsse von anderen Rap-Crews, darunter beispielsweise K.I.Z wie auf „HUSO“ oder Referenzen an Die Fantastischen Vier bei „Flüssig“, erschaffen TZK dennoch ihren ganz eigenen Sound. Zu den klassischen Hip-Hop-Elementen gesellen sich auch Teile des Punk, wie auf „BORDSTEINFRESSEN“. Und zwischen Gepfeife und zurückhaltender musikalischer Begleitung, bewiesen TZK schon auf der ersten EP, wie vielfältig ihre Musik tatsächlich ist. Romantische Worte – „Ich lass dich mit Absicht im Kicker gewinnen“ – finden TZK auf „Mit Dir HDGDebit“.

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Texte mit Haltung

Zwischen ironischen Beobachtungen und banalen Feststellungen à la „Gibt alles auf Nacken, so als wär’ ich ne’ Giraffe“ verlieren TZK inhaltlich nicht den Blick für die wichtigen Dinge. „Hol aus ganz weit, lass es schwingen in die Fresse von dein’m Chef /  Nimm ein fettes f*cking Rohr und zerschmetter sein’n Tesla“ – Klassismus-Kritik und eine klare Kante gegen Rechts muss man bei TZK nicht lange suchen. Auf „ATZINNEN“ oder „BORTSTEINFRESSEN“ nehmen TZK kein Blatt vor den Mund und so bekommen nicht nur Til Schweiger, Ulli Hoeneß und Trump eine Ladung TZK ab, auch der Streamingdienst Spotify und Faschos, bleiben nicht verschont.

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Während der Ausgleich zur frustrierenden Realität oft ungesund werden kann und TZK auch mal zum „Tiefflug zur Kneipe“ ansetzen, räumen die Rapper auch die  Kehrseiten vom Rausch ein. „Damals immer mies straff, heute hab’ ich aufgehört zu kiffen / Mann, die Scheiße fickt die Psyche, konnt’ ich damals noch nicht wissen“ rappen die Berliner auf „Es läuft“ und zeigen damit einmal mehr, wie viel Substanz ihre Songs haben.

„Wir spielen 2030 Columbiahalle“

TZK haben sich für die kommenden fünf Jahre Großes vorgenommen. Erstmals liefert die Rap-Crew zum Ende des Jahres ihre zweite EP „Wirspielen2030Columbiahalle“ und beendet die Weihnachtsfeiertage zusätzlich noch mit einem Releasekonzert am 28. Dezember. Auch der Titel der EP ist dabei nicht ganz ohne tiefsitzendes Motiv gewählt. Denn TZK stellen an sich selbst den Anspruch, im Jahr 2030 in der Berliner Columbiahalle zu spielen. Genau diese Marke gilt es nun in den nächsten Jahren zu erreichen – wir sind zuversichtlich.

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