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Wird Apollo Sissi der neue Exportschlager aus Österreich?

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Bis gestern war der Name Apollo Sissi noch gänzlich unbekannt, aber das wird sich nun sehr schnell ändern, denn heute erschien die Debütsingle des Österreichers „Partner in Crime“. Mit seinem Ansatz aus poetischen Texten, melancholischem Hip-Hop und feinfühliger Bildästhetik wird er sicherlich schon bald den Geheimtipp-Status überspringen und direkt die großen Bühnen stürmen. Doch von vorne: 

Viel gibt es noch gar nicht zu sagen über den Newcomer, weil er sich bis dato sehr bedeckt hält. Doch weiß man, dass er im Großraum Linz aufgewachsen ist und wie bei vielen Künstler:innen bliebt der Weg nach Wien fast unvermeidlich, denn „Muss raus von hier denn das Beste an Linz ist der Zug nach Wien“. Dort findet er auch mit seinem Produzenten Alex The Flipper (u.a. Mavi Phoenix) zusammen, mit dem er sich zumindest in diesem Punkt in der Biografie eint. 

Apollo Sissi – Partner in Crime

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Auf „Partner in Crime“ wird schnell klar, dass Apollo Sissi großer Literatur Fan ist und sich einer sehr bildhaften Sprache bedient. Dabei rappt er über eine Liebesbeziehung a lá Bonnie und Clyde, aber nicht von den schönen gemeinsamen Tagen, sondern viel mehr von den schmerzhaften Auseinandersetzungen und dem bitteren Ende. Er hat einen Hang zur Tragik und diese spürt man auch im Text: „Werfen uns Granaten zu die wir nicht fangen / Schüsse fallen, rotes Blut rinnt aus der Brust / So haben wir’s uns ausgesucht“.

Die Fesseln der Perfektion

Das Gesamtkonzept der Debütsingle präsentiert sich sehr im Retrocharme und das beginnt schon in der typischen Sample-Handschrift des Produzenten Alex The Flipper. Der Beat basiert nämlich auf dem hochgepitchen Liebesklassiker der 80er Jahre „Find The Way“ von Beau Coup. Aber auch im Visuellen wird dieser rote Faden durchgezogen und mit VHS-Optik verstärkt, genauso wie schwarz-weiß Fotosequenzen. Zusätzlich wird der Song im Musikvideo um ein Spoken-Word Intro und Outro Part bereichert. 

Apollo Sissi leitet mit „Partner in Crime“ die wortwörtlichen Regentage der kommenden EP „und das bleibt für immer“ im Schlosspark seiner Namensgeberin ein. Man sieht und hört, dass in diesem Projekt sehr viel Herzblut steckt und ein scheinbar unbegrenzter Perfektionismus für Wortspiele und Referenzen. Genau dieser wurde ihm jedoch auch fast zum Verhängnis: „Warte seit zwei Jahren dass ich endlich Tracks releasen kann / Denn die Perfektion fühlt sich langsam nach ner Fessel an“.

Umso erfreulicher, dass er nun als Apollo Sissi (ehemals Seks) zu seinen Songs gefunden hat und auch bereit ist diese gesammelten Werke der letzten Jahre auch endlich auf die Hörer:innenschaft loszulassen.

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