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„Youth Pattern“: Lahos findet seine Stimme

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Schon seit einigen Jahren mischt der in Köln geborene Multiinstrumentalist und Produzent Lahos die deutsche Electro-Pop-Szene auf. Doch statt mit generisch-tanzbaren Radio-Hymen punktet der Wahlberliner mit modernen Beats, deren Inspiration sich sowohl im Techno als auch in der Tanzmusik der 70er-Jahre findet.

Lahos feat. Mote – End This Ride

Wie diese Kombination klingt, zeigte uns schon im vergangenen Jahr seine Single „End This Ride“. Deren ausgeklügelte Instrumentierung baute gemeinsam mit poppigen Vocals einen dramatischen Spannungsbogen auf, wie wir ihn sonst nur aus Musikvideos oder Blockbustern gewohnt waren. Gemeinsam mit Künstler-Kollege Mote entwickelte der gebürtige Kölner den Track Anfang 2020 während des ersten Lockdowns in Berlin. Zu dieser Zeit waren viele Menschen mit sich selbst in ihren Wohnungen ganz allein und so fand auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst ihren Platz in den Lyrics von „End This Ride“. Lahos plädierte darauf, statt sich in endlosen selbstreflektierenden Gedankengängen zu verlieren, schließlich einen mutigen Schritt zu wagen und bisher hypothetische Szenarien endlich umzusetzen. 

Ein paar Monate und zwei weitere Singleveröffentlichungen später erscheint mit „Youth Pattern“ nun endlich die Debüt-EP des Kölners und bildet die Vielseitigkeit seines Schaffens ab. Neben dem bereits besprochenen „End This Ride“ finden darauf unter anderem ein weiteres Feature mit dem US-amerikanischen Sänger Mote sowie der erste Song mit eigenen Vocals des Produzenten einen Platz. Aber der Reihe nach!

Die Unwiderstehlichkeit von 70er-Jahre Synthies und Indie-Gitarren

Wer chronologisch in die aktuelle EP von Lahos startet, der wird schon durch den Intro-Track „Golden Age“ mit einem fesselnden Sog in eine Welt aus psychedelischen Effekten, 70er-Jahre Synthies und Indie-Gitarren gezogen und kann ihrer Unwiderstehlichkeit nicht entkommen. Der Kölner weiß nämlich schon längst, wie er eine elektrisierende Spannung erzeugt. Gerade für ein Intro ist diese Eigenschaft unerlässlich. 

Lahos – Bright Eyes

Gefolgt von „End This Ride“ sowie der zweiten Singleauskopplung „Bright Eyes“, in der Leonard Biwer aka Lahos seine persönliche Wahrnehmung Berlins besingt. Nach etwa zehn Minuten Laufzeit landet man als Zuhörer:in von „Youth Pattern“ gedanklich zwischen sonnengetränkten Sommertagen und sehnsuchtsvollen Erinnerungen an vergangene Festival-Sommer. Namentlich heißt dieses musikgewordene Gefühl „Dayslide“ und ist der „Sunset Lover“ unter den Anspielstationen der EP von Lahos. Doch nicht nur sommerlich warme Vibes erzeugen in dem Track „Dayslide“ ein Gefühl von Leichtigkeit und letzten Sonnenstrahlen. Auch die Lana Del Rey-esken Vocals, die auf sanfte House-Beats treffen, klingen einigermaßen vertraut.

Hinter dieser wundervollen Stimme verbirgt sich Newcomerin Thala, die sich mit ihrer Single „Takemeanywhere“ schon im Februar 2021 bei uns in die Songempfehlungen einschlich, nun aber auch auf clubbigeren Beats beweist, dass sie ein echtes Gesangstalent ist. 

Lahos schließt das erste große Kapitel

Den perfekten Abschluss von „Youth Pattern“ bildet „Like That“: Der Track, auf dem Lahos zum ersten Mal selbst zu hören ist und sich nicht hinter fremd-eingesungenen Vocals versteckt. Verständlich, denn die Message, die der Song transportieren soll, kann keine andere Stimme so vermitteln wie er selbst, erklärt der Kölner: „,Like That‘ ist eine Hommage an ein jüngeres Ich und an Gewohnheiten, die ich immer hatte. Ein Song, der dich dazu bringt, aufzustehen und etwas zu tun, der dir aber auch eine ‚I don’t care‘-Einstellung gibt.“

Lahos – Like That

Mit „Like That“ schließt Lahos nicht nur sein erstes kleines Mini-Album sondern auch das erste Kapitel seiner Karriere, sowie vorerst auch die bunte und vielseitige Genre-Palette, aus der sich der Multiinstrumentalist auf „Youth Pattern“ im großen Stil bedient. Bleibt abzuwarten, ob sich auch die zukünftigen Projekte des Produzenten schillernd durch die Genre-Kategorien schlängeln oder ob Lahos mit der Veröffentlichung von „Youth Pattern“ seine Findungsphase abgeschlossen und einen Stil für sich gefunden hat. 

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