Zouj durchlebt Nächte voller Angst
Einigen dürfte Adam Abdelkader Lenox als Teil der Post-Hardcore Formation Lingua Nada bekannt sein. Ab sofort tritt der Wahlleipziger als Zouj musikalisch in Erscheinung und bestreitet mit seinem surrealen Pop-Entwurf gewappnet spannende Solopfade. Bei ihm geht es darum, die Seele in synthetischen Sounds zu finden: „Ich versuche meine Maschinen möglichst menschlich klingen zu lassen, in dem ich Fehler, Zufälle und Tempi-Veränderungen emuliere, während ich mein bestes als Mensch gebe, wie eine Maschine zu klingen“.
Was sich beim Lesen erst mal sehr abstrakt anhört, ergibt absolut Sinn, sobald man den Sound des Produzenten in den Ohren hat. Sein erster Song „Anxious Sleep“ beschäftigt sich mit dem Phänomen der Schlafparalyse, von der Adam scheinbar selbst regelmäßig heimgesucht wird. Verpackt wird dieses unheimliche und zutiefst bedrückende Gefühl der somnambulen Ohnmacht in dunkel funkelnden Pop-Synthies, die sich teilweise so anhören, als würden die Klänge regelrecht tropfen und den Song dadurch verlangsamen. Ungefähr genau so spannend ist das passende Musikvideo, welches einen durch eine dunkelbunt glitchende Welt aus animierten 3D-Objekten führt und passgenau auf die Produktion von „Anxious Sleep“ geschneidert wurde. Zu seinem Debüt liefert Zouj ein sehr fesselndes Gesamtkunstwerk, dessen erfrischend komplexe Natur Laune auf mehr macht.
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