Zu Besuch bei Lea Porcelain: Positive Melancholie und „Choirs To Heaven“ (Portrait)
Julien Bracht und Markus Nikolaus trafen sich damals noch als Solomusiker das erste Mal eines Nachts in einem Club in Offenbach, doch es sollte nicht das letzte Mal bleiben, denn zwischen dem Elektro-Produzenten und dem Indie Sänger und Gitarristen stimmt die Harmonie und so entsteht nicht nur eine Freundschaft, sondern auch das gemeinsame Projekt Lea Porcelain.
„Love Is Not An Empire“ EP
2017 veröffentlichten die beiden zusammen das Debütalbum „HYMNS TO THE NIGHT“, doch es dauerte nicht lange, bis nach dem von der Presse hochgelobten Longplayer der Post-Album-Blues eintrat. Erst eine Deutschlandtour und das direkte Feedback der Konzertbesucher:innen erweckte die Inspiration für den Debütnachfolger. Doch am Ende kam alles anders und so mussten die beiden erstmals mit einer EP vorliebnehmen. „Love Is Not An Empire“ hieß das Mini-Album und beinhaltet mit „I Am Ok“ einen echten „Lebensrettersong“.
Vier Jahre nach dem ersten Album ist es jedoch so weit, Lea Porcelain präsentieren „Choirs to Heaven“ und setzen damit eine thematische Reihenfolge fort. Denn was mit großen einzelnen Hymnen begann, die im Dunkeln der Nacht entstanden sind, wird nun in gemeinschaftlichen Chören weitergeführt, die verbinden und den farblichen Kontrast aufzeigen sollen.
Das zweite Album „Choirs To Heaven“
Trotzdem klingen Lea Porcelain auf den ersten Blick sehr düster und melancholisch, doch dahinter verstecken sich viele positive Facetten, die immer wieder auch musikalisch wie Lichtblicke durchdringen. Die Songs aus „Choirs to Heaven“ könnten nicht besser in diese unsicheren Zeiten passen, doch eigentlich ist das zweite Album noch vor der Pandemie entstanden. Nichtsdestotrotz begeben sich Julien und Markus im Entstehungsprozess ihres Songs immer in die Selbstisolation und das hört man den Songs an, die wie musikalische Pflaster auf die innerlichen Wunden drücken.
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