Zwischen Erlkönig und Polizeibesuchen: Anna Grey veröffentlicht „Antarktis“
„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?“, hieß es 1782 schon bei Goethe. Ein knappes Vierteljahrtausend später beginnt Anna Grey mit der gleichen Zeile, die bei vielen wahrscheinlich Erinnerungen an die Schulzeit hochkommen lässt, ihren Song „Antarktis“.
Anna Grey: Auf Tour mit Kontra K
Die Sängerin aus der Nähe von Hamburg startete ihre künstlerische Karriere tatsächlich im Theater. Einen TV-Sieg später („Mein Hit. Your Song“) fing sie an, als Singer-Songwriterin zu arbeiten und veröffentlichte für längere Zeit englischsprachige Musik im Elektro-Bereich. Als Ende 2023 „Narben“ gemeinsam mit Kontra K erscheint, ist langsam aber sicher der Wechsel zur deutschsprachigen Musik besiegelt. Nachdem sie den Rapper letztes Jahr auch auf seiner Arena-Tour begleitete, folgte dieses Jahr schließlich ihre erste deutsche EP „Träume“ – trüber Pop mit starkem Rap-Einfluss.
Der Erlkönig-Referenz schließt sich in Anna Greys Track eine verhangene Erzählung einer toxischen Beziehung an. Düstere Flächen und destruktive Trap-Drums begleiten das Paar, während es sich andauernd in sich selbst verliert. Zwischen Polizeibesuchen und Aussichtslosigkeit erwischt sich Anna trotzdem wiederholt dabei, wie sie den bitteren Schmerz romantisiert. „Wir schrei’n uns an, bis es Nacht ist / Antarktis / So kalt, dass es brennt unter der Haut / Doch auch wenn alles am Arsch ist, ich mag es / Und wenn es sein muss, geh‘ ich durch die Hölle“.
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