Zwölf Jahre später: Aaron und Bosse lassen die „schönstezeit“ aufleben
„Das war die schönste Zeit / Weil alles dort begann / Und Berlin war wie New York / Ein meilenweit entfernter Ort“. Bei den meisten von euch werden diese Zeilen nostalgiegetränkte Erinnerungen hochholen. Zwölf Jahre ist es her, dass der Popsänger Bosse mit „Schönste Zeit“ nicht nur seine Jugend im dörflichen Niedersachsen aufrollte. Gleichzeitig schuf er aber auch eine Hymne auf das Heranwachsen, die uns gedankenschwer auf eine Zeit zurückblicken lässt, in die wir nicht mehr zurückkehren können.
Aus „Schönste Zeit“ wird „schönstezeit“
Auch der Indie-Pop-Künstler Aaron wuchs in ländlicher Umgebung auf. Statt Niedersachsen war es bei ihm NRW und ganze 16 Jahre später als Bosse. Trotzdem vereint die beiden die Leidenschaft für Musik und das größtenteils unausweichliche Verlassen des Nests, um diesen Traum zu verfolgen. Grund genug, um eine gemeinsame Neuauflage von Bosses Klassiker zu kreieren. Der ursprüngliche Akustik-Pop wird durch eine an Mk.gee erinnernde Gitarre ausgetauscht und die Zeilen „An dem Tag als Kurt Cobain starb, lagst du in mein’n Arm’n“ werden in „Du wusstest nicht, wer Kurt Cobain war, aber lagst in meinen Armen“ umgeändert. Als der Nirvana-Frontmann 1994 viel zu jung verstarb, sollte es schließlich noch zwei Jahre dauern, bis Aaron geboren wurde.
Trotz der zeitlichen Differenz sind die Geschichten der beiden doch ziemlich ähnlich. Auch Aaron erzählt in seiner Version von großen Visionen und kleinen Straßen. Das Konservieren des Moments und die schmerzhafte Erkenntnis, dass der überschaubare Ort, den weiten Ambitionen im Wege steht. „Was wir nicht können, ist irgendwas wiederhol’n / Wir können nicht zurück und warum sollten wir auch?“. Gedämpft und mit bittersüßer Versöhnlichkeit singt Bosse diese Bridge auch in „schönstezeit“ und lässt den Song damit in einer weiteren Generation aufleben.
Am Wochenende wird Aaron bereits die Möglichkeit haben, den Song Tausenden Zuhörer:innen live präsentieren zu können. Aufgrund eines familiären Trauerfalls musste Levin Liam die Support-Slots auf den Open-Air-Shows von Cro heute und morgen Abend in Dresden und Coburg leider absagen, doch glücklicherweise wurde mit Aaron ein passender Ersatz gefunden.
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