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Album der Woche: Anderson .Paak, Cordae – Heavy Is The Crown

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Ein Album von Anderson .Paak und Cordae – das kann eigentlich nur gut werden. Beide sind herausragende Solo-Künstler und haben mit gemeinsamen Songs wie „RNP“, „Two Tens“ und „Summer Drop“, schon gezeigt, dass sie eine natürliche Chemie verbindet. Die Zusammenarbeit war bisher vor allem von lockerem Schlagabtausch und hörbarem Spaß geprägt. Mit ihrem ersten gemeinsamen Album „Heavy Is The Crown“ geben sie dieser Dynamik jetzt auf elf Tracks Raum: für große Sprüche, gegenseitigen Ansporn, aber auch die ernsteren Gedanken dazwischen.

Anderson .Paak & Cordae: Zwei Stimmen, ein gemeinsamer Nenner

Anderson .Paak bewegt sich mit seiner rauen Stimme zwischen Rap und Gesang, denkt als Schlagzeuger aber immer auch im Rhythmus. Cordae setzt auf präzise Flows, pointierte Zeilen und persönliche Geschichten. Beide teilen eine Vorliebe für einen Hip-Hop-Sound, in dem Soul und Funk fest verankert sind. Für „Heavy Is The Crown“ kommen dazu Produzenten wie J. Cole, 9th Wonder, Conductor Williams und Swizz Beatz zusammen.

„Heavy Is The Crown“: Gute Laune und Schattenseiten

„Heavy Is The Crown“ verbindet lockere Boom-Bap-Beats und warme, teils hochgepitchte Soul-Samples mit vereinzelten Trap-Exkursen. Darüber wechseln sich die beiden Musiker mit Rap-Parts ab, während Anderson .Paaks Gesang zusätzliche melodische Akzente setzt. So ausgelassen ihr Zusammenspiel oft klingt, kreisen die Texte auch um die Schattenseiten des Erfolgs: Zwischen Lyrics, die oft wie ein Gespräch zwischen Brüdern über Alltagsgeschichten wirken, geht es auch um Herkunft, Selbstzweifel und familiäre Verantwortung. Besonders in „Karma Tax“ und „Helpless“ bekommt der Albumtitel damit Gewicht, wenn hinter dem selbstbewussten Auftreten persönliche Fehler und die Frage sichtbar wird, welchen Preis der eigene Aufstieg eigentlich hat. 

„A Good Day“ dagegen hat zunächst eine positive Grundstimmung. Der Song greift Elemente aus Bill Withers’ „Lovely Day“ auf und verbindet dessen sommerliche Vibes mit Adlibs im Stil von Fatman Scoop. Soulige Wärme trifft auf ausgelassene Hip-Hop-Energie – eine passende Grundlage für den spielerischen Austausch zwischen Cordae und Anderson .Paak. Zwischen Yacht-Ausflügen, Luxusautos und gegenseitigen Sticheleien bekommt die gute Laune allerdings auch hier Risse: „I wake up in the mornin’ thinkin’ how we gon’ ease the pain / ‚Cause all they gon‘ do is hate“, singt Anderson .Paak im Refrain. Damit reiht der Song sich ins Thema des Albums ein: Der Wunsch nach einem schönen Tag trifft hier auf die Belastung, die der Erfolg mit sich bringt.

Wenn Erfolg nicht weiterhilft

Auf „Helpless“ weicht die Leichtigkeit. Die Produktion ist ebenfalls soulig, Cordae erzählt hier aber von einer zerbrochenen Beziehung und seinem Wunsch, die eigene Tochter in einem gemeinsamen Zuhause aufwachsen zu sehen: „Was never my intention to raise my daughter in separate homes“. Anderson .Paak wiederum spricht über Scham, Sorgerechts-Streitigkeiten und das Gefühl, zwischen finanzieller Verantwortung und familiärer Nähe aufgerieben zu werden. „So I showed up drunk to my baby’s birthday“, gesteht er und verfällt gleich darauf in Rechtfertigungen für seine Abwesenheit. Gerade dieser Wechsel zwischen Einsicht und Abwehr macht den Song eindringlich.

Der Austausch von Anderson .Paak und Cordae funktioniert in den ausgelassenen Momenten ebenso wie dort, wo beide persönliche Fehler eingestehen. Aus der Zusammenarbeit entsteht so eine besondere Nähe: Man hört auf „Heavy Is The Crown“ zwei eigenständige Musiker, die einander Raum geben und zugleich herausfordern. 

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