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Album der Woche: Finn Wolfhard – Fire From The Hip

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Finn Wolfhard dürfte den meisten mindestens als Schauspieler aus „Stranger Things“ bekannt sein. Musik ist für den Kanadier allerdings kein neues Nebenprojekt: Schon als Jugendlicher spielte er in den Bands „Calpurnia“ und „The Aubreys“, bevor er 2025 mit „Happy Birthday“ sein erstes Soloalbum veröffentlichte. Die neue Platte „Fire From The Hip“ klingt selbstbewusster, vielseitiger und durchdachter.

Finn Wolfhard nach dem Ende von Stranger Things

Aufgenommen wurde „Fire From The Hip“ Anfang 2026 in den Pachyderm Studios in Minnesota, gemeinsam mit Mitgliedern seiner Tourband. Anders als beim eher spontan entstandenen Debüt hatte Wolfhard durch das Ende von „Stranger Things“ diesmal mehr Zeit sich der Musik zu widmen. Daher hatte er bereits genauere Vorstellungen davon, wie Schlagzeug, Arrangements und Gesamtstimmung klingen sollten. Trotzdem bleibt der raue Charme seines Debüts erhalten. Der Sound wird aber um warme Orgeln, Synthesizer, Fiddle und stellenweise beinahe klassischen Rock’n’Roll erweitert. Mit einer Mischung aus Indie-Rock, Folk, Pop und Country entsteht ein Album, das an 90s-Indie à la Pavement erinnert, gleichzeitig aber einen erfrischend modernen Charakter hat. Außerdem sagt Wolfhard selbst, er habe die Songs bewusst so konzipiert, dass sie sich gut mit einer Band vor Publikum spielen lassen.

„Fire From The Hip“: Die Momentaufnahme einer Übergangsphase

Viele Songs entstanden, als sich für Wolfhard mehrere vertraute Kapitel gleichzeitig schlossen. Nach dem Ende von „Stranger Things“ verabschiedete er sich unter anderem von Atlanta, wo große Teile der Serie gedreht wurden. Daher behandelt das Album Themen wie Veränderung, Abschied, Neuanfänge, und wie man in jeder Lebensphase eine andere Version von sich selbst ist. Das gitarrenlastige „Tunnels“ beschreibt das ziellose Herumlaufen durch die Stadt und die Melancholie über diesen Abschied: „I’ll walk back to my sisters / She said I’m not alone / Close again to tunnel vision, yeah.“ Der Song „Nice to Meet You Again“ blickt auf seine Rückkehr nach Kanada und das eigenartige Gefühl, sich Menschen neu vorzustellen, die ihn eigentlich schon sein ganzes Leben kennen.

Trotz dieser Themen ist „Fire From The Hip“ kein besonders düsteres Album. Wolfhard begegnet dem Erwachsenwerden mit einer hörbaren Freude am gemeinsamen Musikmachen und nüchterner Beobachtung, gespickt mit einer Menge popkultureller Referenzen. Das Album zeigt, dass Wolfhard seinem eigenen musikalischen Platz immer näher kommt. „Fire From The Hip“ klingt nicht nach einem Schauspieler, der nebenbei Musik ausprobiert, sondern nach einem Musiker, der gerade herausfindet, wie groß und vielseitig seine Songs werden können.

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