Album der Woche: FKA twigs – Eusexua
Die britische Künstlerin FKA twigs hat sich mit ihrer Kunst noch nie gerne einordnen lassen. Mal lässt sich ihr Output ziemlich simpel als R&B beschreiben, mal ist es avantgardistischer Pop und ihre bis dato letzte Platte „Capricorns“ war ein Dancehall-Pop-Mixtape.
Schon vorab gab FKA twigs bekannt, dass sie für ihr neues Werk „Eusexua“ in eine neue, transzendierende Welt eintauchen wird. Das Album ist von der Underground-Rave-Kultur in Prag inspiriert, welche die Sängerin offensichtlich tief durchdrungen hat, als sie im Rahmen ihrer Schauspiel-Tätigkeit einige Zeit dort gelebt hat.
Das Album vertont einen Zustand reiner Euphorie und umfasst elf Songs, die hungrig, leidenschaftlich und sinnlich die Sehnsucht nach diesem Moment im Club beschreiben, wenn der Geist den Körper kurz verlässt und in einer ganz eigenen, der „Eusexua“-Welt wandern geht. Sanfte, fragile Vocals bilden einen spannenden Kontrast zu den peitschenden Beats und flirrenden Club-Einflüssen. So wabert der Track „Keep It, Hold It“ minutenlang ruhig vor sich hin, bevor er gegen Ende von harten Beats aufgebrochen wird. „Girl Feels Good“ kommt mit 90er-Breakbeats undTrip-Hop-Anleihen daher; „Perfect Stranger“ ist FKA twigs‘ Interpretation eines Two-Step UK-Garage-Songs.
Feature mit North West
Ein besonderes Feature auf „Eusexua“ ist der Track „Childlike Things“, auf dem die Britin mit North West kollaboriert, der 11-jährige Tochter von Kim Kardashian und Kanye West. Gemäß dem Titel klingt der Track sorglos und erinnert ein bisschen an den Sound von Peggy Gou.
So gut wie jede Facette von Club-Musik wird von FKA twigs auf „Eusexua“ angegangen, aber auf ihre eigene Art und Weise auseinander gepuzzelt, abstrahiert und dekonstruiert präsentiert. In Kombination mit den starken Visuals um den Release von „Eusexua“, kreiert FKA twigs eine ganz neue sinnlich-euphorische Welt, in der sie ihre Hörer:innen dazu einlädt sich gemeinsam mit ihr in eine überirdische, ekstatische Form aufzulösen. Oder wie sie das „Eusexua“-Erlebnis im Track „Room of Fools“ selbst beschreibt: „Stray dogs / On the dance floor / Demigods / In unconscious flow form / Wanting what they want more“.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.