Album der Woche: Greentea Peng – TELL THEM IT’S SUNNY
Greentea Peng entführt uns im Intro von „TELL THEM IT’S SUNNY“ gleich mal nach Bali. Pulsierende Bässe, flüsterne Stimmen und verzerrte Sounds vereinen sich zu einem südostasischen Klanggemisch, dass auch problemlos in der aktuellen White Lotus Staffel laufen könnte.
Von Blockparty zur Großstadt-Melancholie
Danach gehts aber gleich wieder nach Hause zur Blockparty: „We move not backwards, only forward / From West Ham to Norwood“ heißt es auf „TARDIS (hardest)“, der ersten Single der Platte, die schon vergangenen Oktober erschien. Auf dreieinhalb Minuten wird sich in schwarz-weiß quer durch die Stadt bis aufs Dach des Wilthy House getanzt.
Auf „One Foot“ wird dann gewissermaßen die Afterhour portraitiert. Es geht wieder quer durch London – aber dieses Mal alleine. Menschen ziehen vorüber, die Tubes rauschen vorbei und Greentea Peng stellt fest: „I’m fucking exhausted / Messed up distorted“. In die treibenden Beats mischt sich eine Portion altbekannte Großstadt-Melancholie, die zur Frage führt: „Is it too late for me?“
Der peruanische Tee ist ausgereift
Nein, denn zumindest auf Albumlänge scheint es, als wäre Aria Wells Zeit genau jetzt. Abgeleitet von der peruanischen Teemarke „Green Tea Seng“ chartete Peng 2021 bereits mit ihrem Debütalbum „Man Made“. Den Mix aus Dub, Soul, Jazz und Rock fasst sie selbst als psychedelischen R&B zusammen, der sich perfekt mit ihren deepen gesellschaftskritischen Lyrics paart.
Nach dem Mixtape „GREENZONE 108“ scheint Greentea Peng jenen persönlichen Reifeprozess durchlebt zu haben, den man jetzt in voller Entfaltung auf „TELL THEM IT’S SUNNY“ belauschen darf. Auch in Sachen Soundgestaltung mischt Peng immer mehr mit. So spielt sie auf gleich mehreren Songs den Bass selbst. Unterstützt wird sie dabei von langjährigen Wegbegleitern wie Earbuds sowie den Genre-Visionären Wu-Lu, Busy Twist und Nat Powers sowie dem mysteriösen St. Francis Hotel.
Gemeinsam entstanden so auch Ausflüge in elektronische Spähren wie auf „Whatcha Mean“. Der UK-Garage Beat schiebt ordentlich nach vorne und macht Bock auf Tanzen. Perfekt also, dass Greentea Peng mit ihrem neuen Album schon im Mai für zwei Tourstopps nach Hamburg und Berlin kommt.
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