Album der Woche: Jessie Murph – Sex Hysteria
Vielleicht ist es aufgrund des Artworks, das Jessie Murph mit Beehive und dramatischem Augen-Make-up im 60er-Jahre-Look inszeniert – aber bereits die ersten Klänge ihres neuen Albums „Sex Hysteria“ vermitteln den Eindruck einer zeitgenössischen Diva.
Dabei könnten die Themen auf „Sex Hysteria“ aktueller nicht sein. Die US-Amerikanerin beschäftigt sich auf ihrem zweiten Studioalbum mit dem modernen Frausein – sei es in toxischen Beziehungen, schwierigen Familiendynamiken oder auch einfach im Kampf mit sich selbst.
Jessie Murph im Kampf für Selbstermächtigung
Den führt Jessie Murph durch die gesamten 15 Songs des Albums. Da wären ruhige, nachdenkliche Momente wie im Track „Heroin“, der von fast schon besessener Liebe handelt; ebenso wie große, ausufernde Songs wie „A Little Too Drunk“. Jessies sehr markante, kehlige Stimme mit leicht souliger Note bildet vor allem in poppigeren Tracks wie „Couldn’t Be Worse“ einen spannenden Kontrast und klingt ein bisschen nach Amy Winehouse.
Der Titeltrack „Sex Hysteria“ ist der dramatische Höhepunk des Albums. Das minimalistische EDM-Intro schwillt zu einer ausufernden Rockballade ein, in der Jessie Murph ihrem Herzschmerz freien Lauf lässt und sich langsam die Kontrolle zurückholt.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.