DIFFUS

Album der Woche: LAVENDER – 1/1

Posted in: NewsAlbum der Woche
Tagged: Lavender

Aufgewachsen in Wuppertal hinterlässt der Rapper Lavender schon seit mehreren Jahren tiefe Spuren im NRW-Underground. Gemeinsam mit Künstlerkollegen wie Sadi, Kion oder den Boloboys hat er dort an seinem eigenen Sound und seiner künstlerischen Identität gefeilt. Der erste Song „Voulez vous“ kam 2021, Lavender veröffentlicht mittlerweile also seit einer halben Dekade Musik. Auf Tracks wie „Blicke Töten“, „Madrid“, und „so f*cked up!“ ließen sich in der Vergangenheit unterschiedlichste Einflüsse wie XXXTentacion und SahBabii hören. Und auch auf dem frisch veröffentlichten Debüttape bleibt im besten Sinne nichts eindeutig. „1/1“ ist am 19. Juni erschienen. Neun Tracks, alle Titel in all caps und Lavender hält darauf auf jeden Fall nicht hinterm Berg. Vorab kamen bereits „MOSHPIT“, „HELLA“, „FASHION KILLA“, „GLÜCKSPILZ“ und „TIMELINE“ raus, die vier Tracks die dazu gekommen sind, machen daraus jetzt ein ziemlich selbstbewusstes Gesamtwerk.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.

Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.


Wenn Lavender rappt „Selbst ein Hater fragt sich, wieso er mit Kopf nickt“, liegt die Antwort ziemlich nah: Für die eingängige DNA des Tapes hat der Künstler mit einer ganzen Reihe hochkarätiger Producer gearbeitet. Nach einem Deep Dive in die Credits sind das 14 Stück an der Zahl: SMR, Mu Lean, wayback, Hazy030, Mattpurp, TINO, aton, Tatchy, Ade, prodsoeren, Euro Chan, Enchpannt, Jimmy Torrio und knd. Kopfnicken lässt sich hier bei drückenden basslastigen Tracks wie „TIMELINE“ genauso wenig verhindern wie beim Hören von melodischer produzierten Stücken wie „HELLA“.

Features: Quality over quantity

Mit Features hat sich Lavender im Vergleich zurückgehalten. Auf „1/1“ ist nur eine einzige andere Künstlerin, nämlich Cherice auf „BANKROLL x2“ dabei. Mit ihrem Track „bag mcm“ hat sie sich dieses Jahr einen Platz weit vorne in der Rangfolge vielversprechender Underground-Newcomer:innen erkämpft. Neben diesem perfekt geplaceten Feature schenkt uns Lavender auch noch ein ästhetisches Meisterwerk von Musikvideo zu „DORNRÖSCHEN“, bei dem Habib Sanni Regie geführt hat.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.

Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.


In den Lines geht es vor allem um Lavenders Heimat in NRW, Designerkleidung, Geld, Freundschaft – Zum Beispiel zu Okfella, an den er Shoutouts verteilt. Gleichzeitig bleibt er lyrisch raffiniert und haut Lines raus wie „Unser Beziehungsstatus sieht aus wie ein Wildstyle“ oder „Klone die Scheine zehnfach nenn’ es schwarz Magie“. Auch einen Full Circle Moment hat der Rapper eingebaut: Im Opener „LANNISTER“ heißt es: „1/1 haben sie mich genannt“, im Closer „GLÜCKSPILZ“ dann: „Sie nennen mich 1/1 ich fühl’ mich so wie ein GOAT“. Hier ist er vielleicht ein bisschen übermütig geworden, nach dem Hören lässt einen das Tape aber zumindest mit dem Gefühl zurück, dass er seinen Sound gefunden hat. „Denk‘ nicht ich bin fertig/ das hier ist der Beginn.“ sagt Lavender selbst im letzten Satz des Albums. Besser hätte man es nicht ausdrücken können.

Cover neues DIFFUS Magazin

Das neue DIFFUS Print-Magazin

Titelstory: Ikkimel

Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.