Album der Woche: LINA – Melodrama
Knapp drei Jahre ist es her, dass Lina ihr viertes Album „24/1“ veröffentlicht hat. Nun legt die Musikerin mit „Melodrama“ ihre neue Platte vor, auf der sich insgesamt 15 Songs befinden. Melodrama, also das hochemotionale, oft sentimentale und manchmal überzeichnete Genre in Theater, Film und Musik, das seinen Ursprung im Theater des 19. Jahrhunderts hat, holt Lina mit ihren Songs in die Gegenwart.
Auf „Melodrama“ erzählt Lina von persönlichen Erlebnissen, großen Emotionen und hier und da ein wenig Selbstironie. Mit lässigem Deutsch-Pop transportiert Lina auf der neuen Platte genau das – eine tiefe und dabei auch etwas überspitzte Gefühlswelt, aber ohne zu sehr in die Melodramatik abzurutschen.
Mit frischem Pop, unkomplizierten Gitarren und leichten Beats erschafft Lina auf „Melodrama“ eine Klangwelt, die fast schon im Kontrast zum Albumtitel stehen könnte. Denn viele der Tracks strotzen nur so von Lebensfreude, spielen mit Synths und laden zum Tanzen ein. Damit knüpft Lina gleichzeitig an ihren Sound von vergangenen Alben an, zeigt aber auch wie sie sich musikalisch über die Jahre entwickelt hat. Die meisten Songs singt Lina dabei auch alleine, lediglich auf dem Track „Vanille“ gibt es ein Feature mit Dominik Hartz.
LINA is back!
„Fokus auf mich“, singt Lina auf dem Opening-Track und macht damit deutlich: Sie ist „Wieder da“! Die folgenden Songs zeigen Hörer:innen dann eine ganze Bandbreite an Gefühlen. Ob es nun die verliebten Spielereien auf „Liebst mich“ sind oder flirty und selbstbewusste Zeilen auf „24/7“: „24/7, sag, wie ist es, mich zu lieben? (Ah) / Du willst allеs, ich will spiel’n, uh-uh-uh (Uh, uh, uh)“. Lina zeigt uns, dass sie sich trotz der Ernsthaftigkeit und dem Frust, der sich manchmal einschleicht, nicht die Laune verderben lässt. Die weniger angenehmen Emotionen klammert Lina auf „Melodrama“ aber dennoch nicht einfach aus.
Trotz der poppigen Leichtigkeit, die Lina auf den Songs versprüht, bahnen sich auch weniger angenehme Themen auf „Melodrama“ den Weg. Auf „Tristesse“ singt Lina „Ich schließ‘ ab und mach‘ das Licht auf zehn Prozent / Selbst wenn ich es versuche, ich kann sowieso nicht penn’n (Ah)“ und setzt sich dabei mit Schwermut, Schlaflosigkeit und Trostlosigkeit auseinander. Auch auf „Für immer“ lässt die Sängerin Fans hinter die Fassade blicken und erzählt von verschwommenen Erinnerungen an eine vergangene Beziehung, die uns im Nachhinein doch manchmal trüben. Insgesamt lässt sie uns an der Wechselhaftigkeit ihrer Gefühle teilhaben und findet damit auch den passenden Soundtrack zum Erwachsenwerden und allem was dazu gehört!
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