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Album der Woche: Mac Miller – Balloonerism

Posted in: Album der Woche
Tagged: Mac Miller

Mit „Balloonerism“ erschien am Freitag nach „Circles“ schon das zweite posthume Album von Mac Miller. Anders als bei „Circles“ sind diese Aufnahmen nicht kurz vor dem Tod des Rappers entstanden, sondern stammen wohl aus dem Jahr 2014, in dem auch sein „Faces“-Album erschien. Im Gegensatz zu diesem wurde „Balloonerism“ nie final fertiggestellt und veröffentlicht – bis jetzt. Und während man bei anderen jung verstorbenen Rap-Stars wie xxxtentacion, Lil Peep oder Juice WRLD in letzter Zeit das Gefühl hatte, dass hier die Festplatten so lange ausgekratzt wurden, bis die eigentliche künstlerische Essenz kaum noch zu spüren war, steckt hier noch ziemlich viel Mac drin. 

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Mac Miller in der Findungsphase

Von den beiden zuletzt erschienen, durchkonzipierten Geschwister-Alben „Circles“ und „Swimming“ hebt sich „Balloonerism“ hörbar ab. Aber gleichzeitig hören wir hier auch nicht den draufgängerischen, sorglosen College-Rapper, der mit Tapes wie „Best Day Ever“ oder „K.I.D.S.“ in den späten 2000ern ins Rap Game platzte. Stattdessen befand sich Mac Miller während der Entstehung von „Balloonerism“ in einer wichtigen Findungsphase, in der auch das experimentelle, verspielte „Faces“ entstand und in der er als Produzent unter dem Pseudonym Larry Fisherman sehr aktiv war.

Unter diesem Namen hat er übrigens auch hier einen Großteil der 14 Songs produziert, die perfekt zur Illustration auf dem Cover passen. „Balloonerism“ klingt abstrakt, introvertiert, psychedelisch. Das trifft insbesondere auf den Closer „Tomorrow will never know“ zu, der für beinahe 12 Minuten auf einen dissoziativen Trip entführt und zwischenzeitlich mehr nach Sound-Installation als nach Blog Era Rap klingt.

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Aber natürlich hat „Balloonerism“ auch zugänglichere Songs parat, wie die vorab erschienene Single „5 Dollar Pony Rides“, die mit ihrer munter-jazzigen Instrumentierung auch den trübseligsten Griesgram zum Kippeln und Wackeln und Grooven bringt. Vor allem klingt das Projekt aber nie nach Leichenfledderei oder wirtschaftlichem Opportunismus, nach unfertigen Skizzen, die unerbittlich ausgewrungen werden. Stattdessen ist „Balloonerism“ ein Album, das Mac Miller so oder so ähnlich auch zu Lebzeiten veröffentlicht hätte und damit ein würdiger letzter Baustein für diese Diskographie.

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