Album der Woche: Peat – Weich
Auf dem Albumcover sehen wir Peat friedlich schlafend inmitten von scharfkantigen Scherben – zwei Kontraste, die sich auf „Weich“ immer wieder begegnen. Mit seinem nunmehr dritten Album erschafft der einstige Battlerapper eine experimentelle Pop-Oper, die eingangs verspricht: „Irgendwann wird alles weich“, dann aber doch erstmal ziemlich viel zerhaut und zertrümmert.
Das liegt an der selbst produzierten Sound-Kulisse, die zwischen Hip-Hop, Industrial, Hyperpop und Punkrock manchmal ziemlich harsch ausfällt. Vor allem sind es aber die inhaltlichen Abgründen, in die sich Peat kopfüber stürzt und die „Weich“ so beklemmend machen. Abgründe, durch die der Interpret als Kind des Internets schon früh gestolpert ist und die Schäden hinterlassen haben, die noch heute nachhallen. Scham, Wut, Selbsthass, Liebe, Überforderung, all diese Gefühle wirbeln durch „Weich“ wie Klamotten durch eine viel zu volle Waschmaschine. Das alles zu sortieren und aufzuhängen wird ewig dauern, aber den gröbsten Schmutz kriegt Peat weg.
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