Album der Woche: Peter Fox – Love Songs
Während sich „Zukunft Pink“ und „Vergessen wie“ stellenweise am südafrikanischen Amapiano bedienen und „Weisse Fahnen“ der bisher sanfteste Song der neuen Release-Periode von Peter Fox ist, bestach zuletzt „Ein Auge blau“ mit einer wilden Mischung aus Afrobeats und Drill-Elementen. Im Album-Kontext reihen sich die bisherigen Singles perfekt in die lose Geschichte des Albums ein.
Auch wenn es keinen konkreten Erzählstrang gibt, kann man beim aufmerksamen Hören erkennen, dass sich einige Motive in „Love Songs“ immer wieder entdecken lassen. Motive aus der Welt der Liebe spielen dabei genau so eine Rolle, wie das schwanken zwischen Dystopie und Utopie oder das latente Empowerment der weiblich gelesenen Menschen dieser Welt. Der Stadtaffe hat sich zur Ruhe gesetzt, sieht Frauen nicht mehr als Trophäen oder als zu eroberndes Gut und hat vergessen wie man ordentlich feiert.
Genre-technisch finden wir verschiedenste Einflüsse und Rhythmen, die gefühlt aus aller Welt stamen könnten. Die Percussion in „Tuff Cookie“ klingt beispielsweise wie die kleine Schwester des Brasilianischen Evergreens „Mas Que Nada“, auch Afro-Drill, Dancehall, Jersey Club und Amapiano dürften hier und dort zu Sounds inspiriert haben. Doch egal in welche Schubladen man die einzelnen Tracks auch zu stecken versucht, eines lässt sich über sämtliche Love Songs sagen: Die Bässe lassen das Herz beben, die Chöre und Melodien lassen hier und da die Haut Gänse-artig werden und die Drums regen mit ihrer liebevollen Rhythmik zum ausgelassenen Tanzen an.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.