Album der Woche: Ramzey – Cobalt
Ramzey ist Rap-Newcomer aus Frankfurt und damit einer von vielen, die die Main-Metropole in den letzten Jahren ausgespuckt hat. Aber auch unter hundert Stimmen stimmt sein actionreicher, geladener Flow hervor und verschafft ihm schnell erste Aufmerksamkeit. Im letzten Jahr begleitet er OG Keemo auf Tour und wird von dessen Produzenten Funkvater Frank als erstes Signing auf sein neues Label Funkloch geholt. Hier erscheint nun auch sein neues Tape: „Cobalt“, betitelt nach dem widerstandsfähigen, glänzenden Erz. Auch Ramzey beweist auf den acht Songs Glanz und Härte, aber auch mehr Tiefgang und Experimentierfreude als je zuvor.
„Unter einer Sonne“ eröffnet das Projekt mit einem epischen, drückenden Intro, das auch vom Synthie-Zauberer Mike Dean stammen könnte. Mit seinen Featuregästen OG Keemo und Ansu gibt sich Ramzey gewohnt angriffslustig, spielt Türsteher vor dem „Lala Land“ und klopft selbst ganz höflich mit Rammbock an. Im Zentrum des Projekt stehen die introspektiven Stücke der Tracklist: „Status melancholisch“ verkündet Ramzey, rappt über Ängst vor dem Versagen und vor Bindungen. Auf dem Titelsong geht es um ein Leben am Existenzminimum, um Briefe, die man nicht versteht und Summen, die man nicht parat hat. Auf diesen Songs zeigt Ramzey, dass er nicht nur der ungestüme, draufgängerische Spitter, sondern auch ein reflektierter Geschichtenerzähler sein kann – eine Gratwanderung, die er auf „Cobalt“ mit sicherem Schritt bestreitet.
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