Album der Woche: Tua – Eden
Nachdem wir uns vom ersten Schock erholt haben, weil Tua uns auf dem Cover von „Eden“ zum ersten Mal in Farbe begrüßt, war die Vorfreude auf das neue Album des Rappers, Sängers und Producers groß. Und der Bruch mit seiner bisherigen Bildsprache ist durchaus angemessen, wie uns schnell die ersten Vorabsingles „Weit und blau“, „Herr Aber Aber“ und „14.000 Tage“ bewiesen.
Endlich angekommen
„Eden“ ist lichtdurchflutet und gut gelüftet, zitronengelb wie eine Hausfassade irgendwo am Mittelmeer, wo das Album mit seinen strandtauglichen Café Del Mar-Breaks sowieso sehr gut hinpasst. Der unterkühlte Electronica-Einfluss, der Tua schon seine ganze Karriere begleitet, taut hier auf und muss sich die 37 Minuten Spielzeit mit auffällig vielen „echten“ Instrumenten teilen. Mit Steel Drums, RnB-Einschlägen und Balkan-Party-Bounce tanzt Tua ohne Berührungsängste hautnah am Kitsch vorbei und lässt sich sogar ganz unverkopft zum Pop-Trap-Ohrwurm „Niederlande“ hinreißen. Am Ende kommt der 38-jährige „Im Garten“ mit Kindern und Pergola an – ein Bild, das so versöhnlich und harmonisch aussieht, dass man die geliebte Melancholie gar nicht vermisst.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.