„And it’s still alright“: Nathaniel Rateliff verabschiedet sich von seinem besten Freund
Die musikalische Reise für den amerikanischen Folk-Musiker Nathaniel Rateliff war eine turbulente. Musik steckte ihm quasi im Blut. Schon mit sieben Jahren konnte er Schlagzeug spielen und war Teil der familiären Gospel-Band. Einige Zeit später lernte er Gitarre. Mit 13 Jahren verlor er seinen Vater durch einen Verkehrsunfall, was ihn noch näher zum Gospel trieb. Mit Achtzehn verließ er seine Heimat St. Louis und ging nach Denver. Dort spielte er zu jeder sich bietenden Gelegenheit seine selbstgeschriebenen Songs, wenn er nicht gerade in einer der Fabriken arbeitete. Zwei Alben und Zwei EPs veröffentlichte der Mann, der den Soul für sich gepachtet hat und obwohl ihn viele KollegInnen schätzen kam der Durchbruch erst als sich Rateliff mit 35 Jahren eine Band suchte. The Night Sweats begleiteten Nathaniel Rateliff schon zwei Jahre, bevor sie 2015 das selbstbenannte Album veröffentlichten, mit dem sich einiges ändern sollte. Die Single „S.O.B.“ landete, anke inies Auftritts bei Jimmy Fallon, über Nacht in den US-Charts und wenn man einmal diese tiefe, sonore Soulstimme gehört hat, kann man sich ihrer Anziehung kaum verweigern. Die große Band, die die gewöhnliche Aufstellung um Saxophon und Trompete erweiterte, verhalf Nathaniel endlich zum Erfolg.
Nathaniel Rateliff – And it’s still alright
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Fünf Jahre, zwei Alben und eine EP später, stellt sich Nathaniel wieder Solo vor sein Publikum und kündigt nun eine neue Platte für den 14. Februar 2020 an. Mit dieser Nachricht erschien auch die titelgebende Single „And it’s still alright“. Sehr reduziert wirkt der neue Song im Vergleich zur opulenten Blues-Kombo und doch spielt Nathaniel auf der Single nicht gänzlich ohne andere Musiker. Für den richtigen Sound hat er sich nämlich doch einige Kollegen der Night Sweats zur Seite gestellt und auch mit dem Beach House-Drummer James Barone arbeitete Rateliff zusammen. Die fröhlich, schnellen Blues-Arrangements wichen allerdings einer getragenen Soulnummern, denn auf dem kommenden Album verarbeitet Nathaniel Rateliff zum einen das Ende seiner Ehe und zu anderen den Tod seines Besten Freundes und Produzenten Richard Swift. Ihm ist auch dieser erste Song gewidmet, indem Rateliff in einem reduzierten Schwarz-Weiß-Video auftaucht und seinem Freund gedenkt. Schon auf den vorausgeganenen Alben hat es immer wieder emotionale Seiten und ruhigere Facetten gegeben, doch tauchten diese eher vereinzelt zwischen den Songs auf, die sonst vor Freude und Spaß sprühten. „And it’s still alright“ hat sich allerdings trotzdem noch einen großen Funken Hoffnung und Freude bewahrt, der in dem zarten Lied aufgeht und hoffentlich auch auf dem Album zu hören sein wird.
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