Zwischen Screamo und Selbstironie – Anorak. veröffentlichen ihr zweites Album „Sleep Well“
Würde man drängenden Postcore mit kratzigem Indie mischen, Screamo mit sanften Intros und akzentsetzenden Pausen, glasklare Haltung mit einer augenzwinkernden Selbstironie, dann würde wahrscheinlich Anorak. dabei herauskommen. Seit ihrer Gründung im Jahr 2010 mischt das Quintett aus Köln diese augenscheinlichen Gegensätze zu einem eigensinnigen Sound. Im Jahr 2016 präsentierten sie diesen erstmals auf ihrem Debütalbum „Enthusiasts and Collectors“. Darauf folgten unzählige Live-Shows, unter anderem auch mit Kollegen wie Anti-Flag, Young Guns oder Blackout Problems. Ende September veröffentlichten Anorak. dann endlich ihr zweites Album „Sleep Well“. Vom Namen darf man sich an dieser Stelle jedoch nicht in die Irre führen lassen, denn Anorak. setzen wie gewohnt auf ihren energiegeladenen Sound. Auf ganzen elf Songs wird man regelrecht davon abgehalten ins Land der Träume zu versinken – im positivsten aller Sinne. Der Intro-Song „Introduction“ führt mit einer kratzigen Melodie in das Album, welche schlagartig von den ersten Riffs des Nachfolgers mit dem sperrigen Namen „An Imprint of a Pigeon Which Flew Against the Wall“ abgelöst wird. Dieses Energie-Level scheint auch in den folgenden Songs nicht zu verfliegen.
Anorak. – The Sun
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„Sleep Well“ hat aber auch seine ruhigen Momente und lässt zwischen einzelnen Songs ungewohnt lange Pausen, die gleich darauf von kratzigen Gitarrenriffs und drückenden Basslines eingeholt werden. So ist es zum Beispiel bei der bereits im August veröffentlichten Single „Red Flower“ oder dem eindringlichen Song „Flourish“, der mit seinen überlagerten Stimmen fast schon Delirium-artige Ausmaße annimmt. In „Dune“ findet das Album einen 6-minütigen Abschluss. Dieser klingt anfangs fast noch wütender als die voran gegangenen Titel und endet dann überraschend in einer sanften Melodie. So viel Abwechslung bieten manche Künstler noch nicht einmal im Verlauf ihrer gesamten Karriere, wie Anorak. in nur einem Song – vom kompletten Album ganz abgesehen.
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