Apsilon und Wa22ermann fühlen „Bisschen Liebe, bisschen Hass“
Auch weit über den lokalen Untergrund hinaus machen gerade die beiden Berliner Newcomer Apsilon und Wa22ermann von sich Reden. Während Apsilon in seinen Songs stets eine klare Haltung unterbringt, ist Wa22ermann noch ganz Mysterium und hat es geschafft, mit wenigen Songs in kürzester Zeit die Aufmerksamkeit der Szene auf sich zu ziehen. Nun kommen die beiden erstmals zusammen und veröffentlichen die gemeinsame Single „BLBH“ – ausgeschrieben „Bisschen Liebe, Bisschen Hass“.
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Nicht nur geographische Nähe
Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis die beiden Newcomer Apsilon und Wa22ermann musikalisch aufeinander treffen. Ersteren haben wir euch schon bei DIFFUS Untergrund mit Miriam Davoudvandi vorgestellt, aber für alle die den Namen Apsilon gerade das erste Mal lesen, hier eine Kurzfassung. Der Newcomer stammt aus Berlin-Moabit – einem Brachland, das außer Hauptbahnhof, Justizvollzugsanstalt und Schloss Bellevue kaum Landmarken bereit hält. Hier wächst Apsilon als Sohn von zwei türkischen Gastarbeitenden auf. Diese Erfahrung prägt ihn, schärft sein Welt- und Selbstbild und weckt Frust – Frust, auf ein System, das dich anders behandelt, wenn deine Haare schwarz sind. Ventil und Ausdruck für diese Gefühle findet Apsilon in der Musik, die er seit 2021 veröffentlicht.
Über Wa22ermann wissen wir dagegen noch fast gar nichts. Die Rapperin kommt aus Kreuzberg und machte im vergangenen Jahr mit der brachialen Debüt-Single „Salsa“ erstmals auf sich aufmerksam. Seitdem erschienen drei weitere Songs, die zwischen Crew-Love und Videospiel-Referenzen eine große Bandbreite abdecken.
Apsilon und Wa22ermann teilen sich allerdings mehr als nur ihre Heimat Berlin. Auch im Sound und Rap-Stil der beiden finden sich Parallelen: Die Beats sind modern, ohne sich an Trends anzubiedern, während die authentischen Texte die Lebenswelt von zwei Anfang-20-Jährigen abbildet – mit allem was dazu gehört.
Durch die Berliner Nacht
Genügend Gemeinsamkeiten für ein Feature sind also längst gegeben und genau dazu ist es jetzt in Form von „BLBH“ auch gekommen. Wofür die Abkürzung dabei steht, verrät uns Apsilon in melodischen Hook: „In der Nacht, mit mein’ Squad, ich glaub ich bleib heut’ wach / Bisschen Liebe, bisschen Hass, und ich misch’ es in mein’ Cup“. Sind wir von dem Newcomer sonst auch eine härtere Richtung gewöhnt („Problem“), knüpft er hier eher an den sanften, melancholischen Sound seiner letzten Single „Druck“ an. Zum rumpelnden Drum-Samples rappt sich Apsilon durch die Berliner Nacht und beschreibt die Welt aus seinen Augen: „Obdachlose hier penn’ vor ‚nem leeren Haus, Cops hau’n auf ein‘ schwarzen Schädel drauf“. Dem nächtlichen Spaziergang schließt sich auch Wa22ermann in ihrem Part an und findet trotz individueller Verlorenheit Halt bei Familie und Freundeskreis.
Letzteren sehen wir auch im Musikvideo, bei beiden Protagonist:innen. Apsilon und Wa22ermann chillen mit ihrer Crew an derselben Ecke, sitzen sich auf zwei Dächern gegenüber, trotzdem kommt es nie zu wirklichen Überschneidungen. Am Ende des Videos geht die Sonne auf – eine weitere Nacht neigt sich dem Ende zu, verlebt zwischen vollen Bechern und kurzen Momentaufnahmen.
Apsilon – Lauf Weg Tour – präsentiert von DIFFUS
10.11.22 Berlin, Berghain Kantine
19.05.23 Leipzig, Naumanns
20.05.23 Berlin, Festsaal Kreuzberg
21.05.23 Frankfurt, Zoom
24.05.23 München, Backstage
25.05.23 Köln, Yuca
26.05.23 Hamburg, Turmzimmer
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.