Aus der Zeit gefallen – 10 aktuelle Songs mit 80er-Einfluss
Die 80er-Jahre – eingeklemmt zwischen den Ausläufern von Punk und Disco in den späten 70ern und der folgenden Stilvielfalt der 90er, sind sie ein Jahrzehnt mit eigenen musikalischen Meilensteinen. Joy Division zeichnen eine ziemlich dunkel geratene Blaupause für das Post-Punk-Genre, in dem zu dieser Zeit auch Größen wie The Cure oder Siouxie and The Banshees mitmischen. Direkte Verwandschaft bildet vor allem der elektronischere New Wave-Sound, noch ein Level poppiger und verspielter kommt der Synth-Pop von Bands wie a-ha, Depeche Mode oder Soft Cell daher. Hierzulande entsteht außerdem eine eigene, rebellische Ausdrucksform: Die Neue Deutsche Welle versteckt rotzfreche Texte und Dada-Weirdness im Pop-Gewand. All diese Genres wurden natürlich früher oder später von neuen Phänomenen abgelöst, sei es nun die Techno-Revolution oder die „Golden Era“ des Hip Hop zum Ende des Jahrhunderts. Aber man behauptet nicht ohne Grund, dass Pop-Musik ein einziger großer Kreislauf sei und dementsprechend schleicht sich der 80er-Sound in den letzten Jahren wieder in den Zeitgeist ein – eine alte-neue Modeerscheinung. Auch 2020 scheint der Trend hin zu New Wave, Synth-Pop & Co. lange nicht abzureißen und das führt zu einigen spannenden Musik-Erzeugnissen. Wir möchten euch zehn aktuelle Songs vorstellen, die von den 80er-Jahren inspiriert sind.
Majan – Taxi
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Der erste Song ist wohl gleich einer der neuesten auf unserer Liste: Erst vor zwei Wochen hat Alleskönner Majan in Form der „OH“ EP neuen Output veröffentlicht. Auf dem Projekt findet sich unter anderem die Single „Taxi“, der man den 80er-Einfluss zuerst gar nicht so sehr anhört. Schließlich wird Majan in den Strophen vorerst nur von einer melancholischen Akustik-Gitarre begleitet, in der Hook blüht die Produktion dann aber auf, an der neben Kilian und Jo auch Blvth mitgewirkt hat. Spielerische Synthesizer bilden glitzernde Brücken zwischen Majans Worten und zeigen: Neben Trap, Future Bass und Soul kann der Tausendsassa auch 80s.
I don’t know how but they found me – Do it all the time
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Wenn man wirklich nicht gefunden werden möchte im World Wide Web, dann, ja dann wählt man einen sperrigen Band-Namen wie I don’t know how but they found me. Wer trotzdem den titelgebenden Meisterstreich vollzieht, wird dafür umso mehr entlohnt. Das US-amerikanische Duo besteht aus Bassist und Sänger Dallon Weekes sowie Schlagzeuger Ryan Seaman, die schon vor der Bandkarriere eine langjährige Freundschaft verband. Bevor I don’t know how but they found me ins Leben gerufen wurde, war Dallon Weekes übrigens bereits mit Panic! At The Disco auf Tour und ein bisschen hört man das seiner stimmlichen Performance auf „Do it all the time“ auch an: Der Song klingt nach einem Brendon Urie, der mit gebührender Dramatik und Attitude auf der Neuen Deutschen Welle surft. Wie schon deren damalige Protagonisten folgen auch IDKhow mit der blubbernden Geräuschkulisse und Roboter-Band im Video vor allem einem Grundprinzip: Hauptsache man nimmt sich selbst nicht zu ernst!
Mia Morgan – Es geht dir gut
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Auch Mia Morgan ist eine Künstlerin, die den Sound der 80er gierig aufgesogen hat und in einer eigenen Interpretation wieder ausspuckt: „Gruftpop“ nennt sich diese Eigenkreation und gleichzeitig die erste EP der spannenden Newcomerin. Deutschrap? Techno-Rave? Weg damit. Lieber Friedhof-Romantik mit dem eigenen, songgewordenen „Waveboy“, der Mia schon zu Beginn ihrer Karriere Props von Casper, Drangsal oder Kraftklub einbringt. So sommerlich-leicht wie auf diesem ersten Mini-Hit, wird es aber so schnell nicht mehr, die übrige EP mischt vor allem finstere New Wave mit zeitgeistigen Einflüssen. Besonders empfehlenswert: „Es geht dir gut“, ein Song, der den Hang zur romantischen Unterwerfung thematisiert – und dabei so skurril, wie auch eingängig daher kommt. Gruftpop eben.
MGMT – In the afternoon
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MGMT kennen viele vor allem für ihre großen Hits „Kids“ oder „Electric Feel“, mit denen das Duo den Indie-Sound einer ganzen Generation geprägt und neue Türen aufgestoßen hat. Aber obwohl Andrew Van Wyngarden und Ben Goldwasser so innovativ sind, lassen sie sich auch gerne von vergangenen Zeiten inspirieren: Mit dem Album „Little Dark Age“ melden sich MGMT 2018 nach fünf Jahren Funkstille mit Synth-Pop im Stil der 80er-Jahre zurück. Doch damit nicht genug, die Band tobt sich auch weiterhin im Sound dieses Jahrzehnts aus und knüpft mit der Single „In the afternoon“ an den morbiden Goth-Sound von Bands wie The Cure an. Dazu gehören der dramatische Pathos in Van Wyngarden Gesang, die grummelige Bassline und nicht zuletzt der Spuk in Zeilen wie folgender: „The house cat knows when it’s time to enter another phase.“
Lent – 6. Dezember
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Es hat zwar niemand gefragt, aber: 80er-Sound verträgt sich auch erstaunlich gut mit modernem Mumble Rap. Eine ungewöhnliche Mischung, von der wir nicht wussten, dass wir sie brauchen und trotzdem wurde sie von Newcomer Lent – erfolgreich – erprobt. Der aufstrebende Rapper kommt aus Linz und beschert uns gewöhnlich gemeinsam mit seinem Bruder und Stammproduzent Damian Beats progressive Trap-Bretter wie „Ok“ oder zuletzt „10“. Zwischen die beiden Songs hat sich allerdings ein musikalischer Ausflug der Extra-Klasse geschlichen: Gemeinsam mit Feature-Gast Roko von der Tanke taucht Lent auf „6. Dezember“ visuell wie auch klanglich in die 80er-Jahre ein. Dank Damians Instrumental klingt das nach einem waschechten Synth-Hit – veredelt mit einer gelallten Hook, deren Bedeutung sich nicht so ganz erschließen lassen will: „6. Dezember, Outfit war ice/ Die beste Nacht, es muss die letzte sein.“
Betterov – Angst
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Betterov hat mit der EP „Viertel vor Irgendwas“ erst frisch sein Debüt abgeliefert, trotzdem scheint es so, als hätte der Sänger und Songschreiber schon längst einen eigenen Sound gefunden. Der Newcomer wartet mit einem melodischen Mix aus Indie-Pop und Post-Punk auf, den wir ihn ähnlicher Form auch von Drangsal kennen, brachial und treibend gespielt und trotzdem mit der hallenden Lethargie der Neuen Deutschen Welle besungen. Durch fast jeden Song tänzeln eingängie Gitarren-Melodien, eine Kehrseite zu den oft düsteren Themen, die Betterov beschäftigen. Eines davon: Die „Angst“, die seiner zweiten Single den Titel gibt und ihn als ständiger Begleiter auf Schritt und Tritt verfolgt.
Dua Lipa – Physical
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Auch im ganz großen Pop beteiligt man sich fleißig am 80s-Revival, allen voran Dua Lipa. Der Titel ihres kommenden Albums „Future Nostalgia“ verspricht jede Menge Referenzen an vergangene Jahrzehnte, eine Vermutung, die von den bisherigen Singles der britischen Sängerin nur untermauert wird. Mit „Don’t start now“ lieferte Dua Lipa im vergangenen November ihren bisher wohl größten Hit und interpretiert den groovenden Disco-Funk der 80er-Jahre auf moderne Weise neu. Die sexy Gitarren-Details wirft sie aber kurz darauf wieder über Bord, um auf der nächsten Single, „Physical“, den Synthesizer auszupacken und endgültig in die 80er abzutauchen. Zum pulsierenden Retro-Beat kommt dann noch eine vage Ahnung von Abbas „Gimme! Gimme! Gimme!“ und nicht zuletzt eine Hook, die dem 2000er-Diva-Pop von Lady Gaga, Katy Perry & Co. in nichts nach steht.
Von Wegen Lisbeth – Westkreuz
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Die Berliner Band Von Wegen Lisbeth kennen wir normalerweise vor allem für ihren munteren Indie-Pop, der clevere Texte mit verspielten Sounds wie Glockenspiel und Xylophon mixt. Wenn die Jungs wollen, können sie aber auch düstere Töne anschlagen – so geschehen bei „Westkreuz“, einem Song vom aktuellen Album „sweetlilly93@hotmail.com“. Damit schließen sich auch Von Wegen Lisbeth der 80er-Welle an und reduzieren die übliche bunte Instrumenten-Vielfalt auf treibende Gitarren-Klänge und Synthesizer. Mit Zeilen wie „Der Döner ist jetzt ein Friseursalon und du weißt nichts davon“ kritisiert die Band die Gentrifizierung, die sie Tag für Tag in ihrem Kiez erleben. Nur eines bleibt gleich: „Der Fahrstuhl am Westkreuz riecht noch immer nach Pisse“.
Girl In Red – Kate’s not here
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Der oft beschworene Bedroom Pop äußert sich dieser Tage in vielerlei Gestalt. Obwohl das Genre besonders von jungen Künstlern bedient wird, sind es gerade sie, die sich gerne von der Musik der 70er und 80er inspirieren lassen. So auch die norwegische Sängerin Marie Ulven, die unter dem Pseudonym Girl in red mit intimen Inhalten wie Sexualität und psychischer Gesundheit vielen aus der Seele spricht. Aber nicht nur ihre Fans überzeugt die Newcomerin, erst vor wenigen Monaten hat sie mit „Kate’s not here“ auch einen Beitrag zu einem Horror-Film-Soundtrack beigesteuert. Neben zeitgemäßem Indie- und Alternative-Rock, ist es vor allem der rumorende Post-Punk der 80er, der in den Song einfließt und perfekt zum schaurigen Musikvideo passt.
The Weeknd – In your Eyes
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Dass The Weeknd eine ausgewachsene Obsession mit 80er-Sound und -Ästhetik hat, wissen wir nicht erst seit gestern. Schon 2016 präsentierte uns der kanadische R&B-Musiker auf seinem Album „Starboy“ entsprechende Anleihen, mit denen der Neuling „After Hours“ jetzt erst recht voll gepackt ist. Natürlich stößt man auch weiterhin auf den klassischen R&B-Trap-Sound, für den The Weeknd in den letzten Jahren so prägend war, aber zusätzlich ist das Album an vielen Stellen mit Synth-Pop beladen. Vom eingangs erwähnten Herzstück des Albums muss man dabei wohl gar nicht mehr sprechen: „Blinding lights“ hält sich in Deutschland seit 16 Wochen auf der Chart-Eins und ist mit seiner eingängigen Synthie-Hook inzwischen Radiohörern wie auch XO-Fans der ersten Stunde ein Begriff. Angesichts dieser Omnipräsenz verschonen wir euch an dieser Stelle und raten zu anderen Anspielstationen des frisch erschienen Albums: „Save your tears“ ist trotz des finsteren Titels ein erstaunlich euphorisches Stück New Wave, während „In your eyes“ verspielte Synths mit Grooves à la Daft Punk zusammenwirft.
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