Billie Eilish 3D im Kino: Eine Ode an ihre Fans
Geschmäcker sind verschieden, doch egal, aus welcher Nische man kommt und welche Genres man feiert – dass Billie Eilish eine der qualitativ stärksten Superstars der aktuellen Generation ist, darüber scheint man sich einig zu sein. Mit zahlreichen Hits wie „Ocean Eyes“, „BIRDS OF A FEATHER“, „Happier Than Ever“ und ihrem Bruder FINNEAS als kreativem Wegbegleiter begeistert sie seit Jahren ein Millionenpublikum.
Besonders für den jüngeren Teil ihrer Fanbase scheint das Projekt dabei fast wie eine Art Religion zu funktionieren. Das zeigt auch der neue Konzertfilm zu ihrem letzten Album „HIT ME HARD AND SOFT: THE TOUR“. Dieser wirkt mit Star-Regisseur James Cameron an ihrer Seite nicht nur gleichzeitig aufwendig, liebevoll produziert und gut durchdacht, sondern lässt sich auch als eine Art Ode an ihre Fans verstehen.
Während die Kamera Billie während der Performance begleitet, wird ebenso oft das aufgelöste Publikum eingeblendet. Was man dort sieht sind in Tränen aufgelöste Gesichter, jede Menge „Teenage Angst“ aber auch leuchtende Augen, breites Grinsen, selbstbewusstes Posieren und gemeinsames Singen. Wer hin und wieder mal auf Social Media unterwegs ist, hat die begeisterten Billie-Fans bestimmt auch schon in den Kinosälen vor der großen Leinwand tanzen sehen.
Billie Eilish als „One-Woman-Show“
In „HIT ME HARD AND SOFT: THE TOUR“ gewährt auch Billie selbst den Zuschauer:innen in kurzen Ausschnitten backstage sowie vor und nach der Performance Einblicke in ihre Emotionswelt. Nicht zuletzt bei dem Song „What Was I Made For?“ ergreift einen so das Gefühl einer geteilten Erfahrungen des Frauseins. Schon oft äußerte sich Eilish zu Body Image, Freizügigkeit und dem öffentlichen Druck, der auf Female Artists lastet, und verarbeitete diese Themen auch in ihrer Musik: Cunty Songs wie „Guess“ und „Lunch“ stehen bei Eilish dabei genauso für Selbstermächtigung wie „What Was I Made For?“ für Girlhood und Verletzlichkeit. Die Songzeile „People say I look happy / Just because I got skinny / But the old me is still me and maybe the real me / And I think she’s pretty“ wirkt vor diesem Kontext dann nochmal besonders deutlich.
Als Vorbilder in Sachen Bühnenperformance nennt Eilish bis heute vor allem männliche Hip-Hop-Acts und will zeigen, dass man auch als weiblicher Popstar eine „One-Man-Show“ ohne Backgroundtänzer:innen und aufwendige Kostüme abliefern kann. Sie bleibt ihrem Signature-Look und der mitreißenden Energie treu: In baggy Outfits und mit umgedrehter Cap rennt und springt sie über die Bühne und scheint einfach Spaß zu haben. Auch in Sachen Gesang und Delivery macht der Sängerin dabei kaum jemand etwas vor und die Bandbreite ihrer bisherigen Diskografie beeindruckt.
Trotz der aufwendigen Kameraführung und der schicken 3D-Effekte ist dem Film so schließlich eine angenehme Natürlichkeit gelungen, an die man einfach glauben möchte. Regie führten Billie Eilish und James Cameron übrigens zu gleichen Teilen.
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