Der Newcomer Blinker macht sich „Luft“ von zu viel Scheinheiligkeit
In seiner ersten Single „Luft“ setzt sich Blinker mit der Scheinheiligkeit der hiesigen Gesellschaft auseinander: „Fang an zu kehren, es ist noch Platz unter dem Teppich. Wenn man’s nicht sehen kann, dann ist es auch nicht dreckig.“Hinter der Fassade von idyllischen Familienfotos sieht der 25-jährige nie geklärte Konflikte und prangert den Drang an, eine gekünstelte Harmonie nach außen zu tragen. Dabei gelingt Blinker eine gelungene Gradwanderung zwischen punkiger Attitude, die nicht nur in den Haaren zu erkennen ist, sondern sich durch das Instrumental zieht und einer eingängigen Indie-Soundästhetik. Über einer treibenden Bassline und einem rollenden Drum-Rhythmus wechselt er zwischen melodiösem Rap und leichtem Gesang, hält sich aber zurück, bis sich der Song im Chorus öffnet und gekonnt den eigenen Ohrwurm-Charakter offenbart.
Blinker – Luft
Auch wenn Blinker selbst Schlagzeug und E-Gitarre spielt, hat er sich für die Produktion des Songs Unterstützung von Benjamin Bistram geholt, der auch für seine Zusammenarbeit mit Prinz Pi bekannt ist. „Luft“ wird auf Blinkers Debüt-EP „Blicke“ zu hören sein, die im kommenden März erscheinen wird. Seine gelungene musikalische Verarbeitung von Gesellschaftskritik im organischen Indie-Pop-Gewand könnte Blinker zu einem der interessantesten Newcomer des neuen Jahres machen.
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