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Vier Monate nach „i,i“ veröffentlicht Bon Iver nun das Musikvideo zu „Naeem“

Posted in: FeaturesNews

Justin Vernon und seine Band Bon Iver sind wohl eine der gefragtesten und einflussreichsten Bands unserer Zeit. Zuerst knöpfte sich Vernon 2008 auf dem Debütalbum „For Emma, Forever Ago“ den Indie Folk-Sound vor und prägte die Singer-Songwriter-Bewegung mit reduzierten, intimen Songs. Insbesondere durch den Einsatz der Stimme wird so viel Atmosphäre kreiert, als würde Bon Iver direkt neben einem sitzen. Die halligen, endlosen Stimmüberlagerungen blieben, die Begleitung wuchs: 2011 erklang auf „Bon Iver“ ein Sound, der eher von klassischen Bandstrukturen geprägt war und weniger akustisch daher kam. Die Melancholie und das Fernweh ist dabei ein ständiger Begleiter. Bon Iver arbeitet dazu in vielen Songs mit ganz simplen, redundanten Begleitungen, die eine Grundlage bilden und sich durch viele kleine Einzelteile langsam verdichten. Während gedoppelte Stimmen bis dahin eher verpönt waren und ein Indiz für mangelhaften Gesang war, hat Bon Iver daraus einen eigenen Stil entwickelt. Fünf Jahre wirkte er mal als Justin Vernon, mal in Form von Bon Iver, Blood Red Maschine oder Volcano Choir in unzähligen anderen Projekten mit, erschien auf Features bis schließlich 2016 ein langersehntes neues Album erschien. „22, A Million“ war dabei das Innovativste und Mutigste, was Bon Iver bislang produzierte. Er beschränkt sich nicht mehr nur auf Stimme und Gitarre oder klassische Bandsstrukturen. „22, A Million“ spielt mit so vielen elektronischen Sounds und Effekten. Auch hier setzt er sich keine Grenzen, kaum ein Sound ist klar zu benennen, wer einen klassischen, modernen 808-Elektro-Trap-Sound erwartet, hat weit gefehlt. Mit Autotune und ständiger Übersteuerung verzerrt er die einzelnen Elemente, bis sie wieder zusammen passen. Dabei entstehen einerseits ruhige Stücke wie „21 Moon Water“, als auch große, laute Momente „10dEATthbREasT“. Der intime akustische Indiklang ist passé und dennoch klingt es weiter eindeutig nach Bon Iver.

Bon Iver – i,i

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Im Sommer erschien dann „i,i“ – das vielleicht melancholischste Album des gefeierten Musikers und seiner Band. Der musikalische Austausch war auf der Platte so groß wie nie zuvor, so steht in den Credits nicht mehr nur Justin Vernon an unzähligen Stellen, sondern auch große Namen wie Bruce Hornsby, Bryce Dessner (The National), Moses Sumney und James Blake. „i,i“ ist in sich geschlossen und wesentlich harmonischer als der aneckende Vorgänger. Er verbindet die elektronischen Spielerein darauf viel mehr mit den akustischen Folk-Sounds auf „For Emma, Forever ago“.

Bon Iver – Naeem

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Heute veröffentlichte Bon Iver nun vier Monate später ein Musikvideo zum Album-Song „Naeem“. Vielleicht ist es ein Versuch, das melancholische Album noch einmal im Herbst aufleben zu lassen, denn der Sonnenschein des Augusts hat die gewohnt düstere Stimmung des Albums verdrängt. Alle 13 Titel wurden zwar auf YouTube hochgeladen, jedoch nur als Lyric-Videoa. Diese Form hatte Bon Iver auch für das vorherige Album gewählt und so ist das Video zu „Naeem“ das erste fiktionale Bon Iiver-Musikvideo seit sieben Jahren. Im Clip wird in wundersamen Bildern eine Widergeburt gezeigt. Die surreale Szenerie ist in pastellfarbenes Licht gehüllt und ein schwebender Stein wird zur Verbindung zwischen einem toten Jungen und einer Mutter mit ihrem Baby. Im Text geht es dabei um das Miteinander, Empathie und darum, aufeinander Acht zu geben: „I can hear, I can hear crying, I can hear, all around me I can hear ‘em!“

Bon Iver – live

20.April 2020 – Berlin, Mercedes-Benz Arena

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