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„Bring mich nach Hause“: Betterov auf ewiger Taxifahrt

Posted in: News
Tagged: Betterov

In den vergangenen Jahren haben uns deutsche Texte nur selten so abgeholt, wie die aus der Feder von Betterov. Angefangen mit seiner Debüt-EP „Viertel vor irgendwas“ hat sich der Musiker aus Berlin zu einem zuverlässigen Senkrechtstarter in der hiesigen Indie-Rock-Szene gemausert. 

Nachdem er zuletzt mit „Dussmann“ eine NDW-Hommage an das gleichnamige Berliner Kulturkaufhaus geliefert hatte, begibt sich Betterov nun mit seiner neuesten Single „Bring mich nach hause“ in ein Szenario, das wir alle nur zu gut kennen: Die Taxi-Fahrt nach Hause, im Zwielicht zwischen der letzten Nacht und dem neuen Tag. 

Betterov – Bring mich nach Hause

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Betterovs Songs klingen wie die von einem Typen, der es sich vorgenommen hat, Gitarren-Musik wieder ganz groß zu machen. Dabei liefert er, gewollt oder ungewollt, richtiggehende Hymnen ab – an die „Nacht, die „Angst“ oder eben den Dussmann an der Berliner Friedrichstraße. Hymnisch kommt auch Betterovs neuester Streich daher.

My Bloody Betterov

„Bring mich nach hause“ startet mit einer brachialen Wand aus kreischenden E-Gitarren, wie sie auch My Bloody Valentine in ihrer Blüte hochgezogen hätten. Diesen epischen Pathos schrumpft der Musiker mit seinen ersten Zeilen auf eine sympathische Größe: „Mein Taxi fährt seit einer Stunde ‘ne Abkürzung entlang / Und langsam begreif’ ich, ich komm’ wahrscheinlich niemals an“. Aber das stört vielleicht auch gar nicht so sehr. Betterov nimmt uns mit auf eine nicht enden wollende Taxi-Fahrt nach dem Wahnsinn einer viel zu langen Nacht.

Die Nacht endet im Mercedes

Die Zecherei mit Freund:innen lässt der Musiker zurück, zu Gunsten eines Dämmerzustandes auf dem Rücksitz eines beigen Mercedes. Hier ist der Kunde König, für zwanzig Minuten, bevor er stolpernd auf den Gehsteig entlassen wird. Und das kann man schon mal genießen. So sagt Betterov über den Song: „Man sitzt auf der Rückbank, wird chauffiert und kommt sich irgendwie so vor, als würde man gleich auf der Berlinale rausgelassen. Kurze zwanzig Minuten Luxus, die dem Abend die Krone aufsetzen, bevor man in seinem Bett, was man irgendwie aus Paletten zusammengeschraubt hat, einschläft.“ Und obwohl dieses Bild sehr stimmig ist, bleibt am Ende der Eindruck, dass sich Betterov mit dem titelgebenden „Bring mich nach hause“ in der Hook an jemanden wendet, der ihm näher steht als der Taximann am Steuer..

Im Musikvideo nimmt Betterov übrigens genau dessen Rolle ein und steigt in den Fahrersitz. Auf der Rückbank sehen wir stattdessen ein anderes bekanntes Gesicht, dass in den letzten Wochen immer wieder in diversen Musikvideos aufgetaucht ist: Max Gruber aka Drangsal.

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