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Mit seinem neuen Album „Twice As Tall“ zelebriert Burna Boy ein positives, afrozentrisches Weltbild

Posted in: Features

Auf „Twice As Tall“, welches hauptsächlich im Nigerianischen Lagos aufgenommen wurde, tummeln sich so einige große Namen der Musikwelt. Neben überaus nennenswerten Features wie Coldplay-Frontmann Chris Martin, dem Rap-Veteranen Naughty by Nature aus New Jersey sowie UKs Stern der Stunde Stormzy lässt Burna Boy auch genug Platz für Acts aus Kenya. Die aus Nairobi stammende Afropop Band Sauti Sol beispielsweise verleihen dem Song „Time Flies“ einen sanften Stimmen-Anstrich und schon im Intro (welches gleichzeitig Album-titelgebend fungiert) namens „Level Up (Twice As Tall)“ knallt einem die durchdringende Stimme von Weltstar Youssou N’dour entgegen, welcher schon 2004 vom Rolling Stone als der bekannteste, noch lebende Sänger aus Senegal und vielleicht sogar Afrika betitelt wurde. Der Gebrauch der Wolof-Sprache von N’Dour, welche überwiegend in Senegal gesprochen wird, dient im Prinzip als Vorbote für die sprachliche Vielseitigkeit und Afrikas musikalisches Facettenreichtum, welchen man als Hörer im Laufe des Albums erfährt.

Burna Boy – Wonderful

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Natürlich ist es schwierig, ein einzelnes Genre an einem musikkulturell so vielseitigen, prägenden und schlichtweg großen Kontinent wie Afrika festzumachen, doch mit seinem selbsternannten „Afrofusion“-Stil schafft es der Nigerianer scheinbar trotzdem, diesem schier utopischen Anspruch gerecht zu werden. Man kann seine tief gehende Verbindung zum 1997 verstorbenen Fela Kuti, seines Zeichens Begründer des Afrobeat-Genres, einflussreicher Aktivist und wichtige politische Figur seiner Zeit, regelrecht greifen. Auch der prominente Spracheinsatz des Südafrikanischen Zulu, des Nigerianischen Yoruba und Pidgin, welche Burna Boy scheinbar mühelos in seine englischen Texte einfließen lässt, vermitteln ein überaus diverses Hörerlebnis, das einen immer wieder staunend und angeregt recherchierend zurücklässt, von unzähligen Slangs der jeweiligen Sprachen ganz zu schweigen.

Doch auch abseits der Mikrofone, also an den überaus vielseitig ausfallenden Produktionen, haben, neben einigen namenhaften Nigerianischen Produzenten, auch die US-Ikonen Diddy (welcher auch als Exekutiv-Produzent fungierte) und Mike Dean an den Klängen des Albums getüftelt. Das Soundbild des Albums treibt das rapide wachsende Afrobeat-Genre in neue Höhen und die virtuos treibenden Rhythmen und die warme Klangwahl versetzen den Hörer in unaufhaltbare Tanzstimmung. Doch das Album lässt auch ruhige, fast schon melancholische Momente zu, wie man unschwer auf „23“ und dem Outro „Bank on it“ hören kann. Die Leadsingle „Wonderful“ dient als thematischer Wegweiser, denn sowohl textlich als auch im Video werden Afrikanische Stammes- und Feierkulturen dargestellt und zelebriert. „Twice As Tall“ wurde damit ein aus Afrika stammendes Werk, welches offenbar ein neues, durch und durch positives Bild des Kontinents in die Welt tragen soll, ohne den „Afrikanischen Kampf“ und seine Auswirkungen außer Acht lassen zu wollen. Dieses Kunststück ist Burna Boy zweifelsohne gelungen.

Burna Boy – Twice As Tall

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