Contrast erzählt mit Screamo-Trap von seinen inneren Dämonen
Lüdenscheid. Ein Städtchen mitten im Sauerland, mit seinen 72.000 EinwohnerInnen bestimmt keine Kleinstadt, aber auch noch weit entfernt vom Metropolen-Status, den benachbarte Ruhrpott-Giganten wie Dortmund oder Wuppertal vorweisen können. Bekannt ist Lüdenscheid außerdem als „Stadt des Lichts“ für seine Lampenindustrie. Für manches Klientel sind das mit Sicherheit solide Voraussetzungen, trotzdem ist es nicht weiter verwunderlich, dass es den Rapper Contrast schnell aus dieser Umgebung wegzieht. Vor 13 Jahren verschlägt es den Musiker in eine neue Wahlheimat: Köln. Dort folgt er weiterhin seinen zwei maßgeblichen Interessen, die ihn im Nichts der Sauerländer Provinz sozialisiert haben: Graffiti und Musik. Letztere setzt sich dabei aus zwei Teilen zusammen, denn in seiner Jugend wurde Contrast sowohl von Rap aus den amerikanischen Südstaaten wie auch von hartem Rock à la Rage Against The Machine geprägt. Dementsprechen findet sich beides in Contrasts eigener Musik wieder: Schwere 808-Bässe und tickende High-Hats treffen auf kratzige Gitarren-Riffs, Rap-Parts geben sich die Hand mit waschechten Screamo-Einlagen.
Contrast – Zerstör mich
Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.
Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.
Seine Musik ist für Contrast ein Ventil, um auch entgegen aller Lebenskrisen durchzuhalten. Selbsthass, Paranoia und Drogenmissbrauch, Themen, die in seinem Kopf toben und auf den Songs verarbeitet werden: „Wir schieben Krise, wissen selber nicht was Sache ist/ Doch sind uns einig, ja ey, du und ich, wir hassen mich“, heißt es in der Hook zu seinem erste Song „Frostschutz“. Doch Contrast hat nicht nur ein Problem mit sich selbst, sondern auch mit der Gesellschaft. Seine beiden neuesten Songs, „Angst“ und „Goldener Käfig“, fallen wohl unter den geflügelten Begriff „(B)eat the rich“. Intellektuelle Linke würden vielleicht von Enteignung sprechen, bei Contrast heißt es unverblümt: „Steig in dein kack Zimmer und zieh dich ab, Digga“.
Contrast – Angst
Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.
Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.
Wir fassen zusammen: Contrast hat gerade einmal vier Singles veröffentlicht, trotzdem hört man diesen Songs an, dass der Wahl-Kölner schon mehr gesehen hat, als andere Musiker in ihrer ganzen Diskographie unterbringen. Hass auf sich selbst und das System treiben Contrast an und geben ihm die Energie, auf seinen rohen Tracks zwischen Rap und Rock alles zu geben. Damit könnte er einer Sparte bedienen, die in den USA bereits Künstler wie XXXtentacion, Ski Mask The Slump God oder ZillaKami und SosMula füllen. Denn einen entscheidenden Vorteil hat Contrast gegenüber anderen Newcomern, die nur auf einen schnellen Tiktok-Hype aus sind: „Hab nichts zu verlieren, Digga, ich hab mich längst aufgegeben“. Contrast wurde zu oft enttäuscht, er erwartet nichts von niemandem – und vielleicht bringt ihn gerade diese zähe Attitüde zum Erfolg.
Contrast – Goldener Käfig
Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.
Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.