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Das einzige, das K.I.Z zum Schweigen bringt, ist „Applaus“

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Bis zum Release des neuen K.I.Z-Albums „Görlitzer Park“ ist es noch ein bisschen hin: Am 21. Juni kommt es – und wenn man sich die Vorabsingles „Frieden“ und „Görlitzer Park“ so anhört, darf man ruhigen Gewissens einen großen Wurf erwarten. Der Ton könnte allerdings ein wenig ernster sein als sonst. Beide Lieder und die Videos dazu haben einen sozialkritischen Punch, der diesmal nicht bei jeder Gelegenheit ironisch gebrochen wird.

Die Risiken und Nebenwirkungen einer Droge namens „Applaus“

Auf den ersten Blick mag der heute veröffentlichte Track da nicht so ganz reinpassen. „Applaus“ kommt recht unaufgeregt daher, nur Maxim rappt und singt, die Strophen flowen eher im gedämpften Rhythmus eines TripHop-Beats, während der Refrain mit dezenten Bläsern auf einen „Feuerzeuge raus!“-Momente setzt. Andererseits gilt auch hier, was für die anderen Tracks galt: der Ton ist ernster. Maxim sinniert über die Risiken und Nebenwirkungen eines Lebens im Applaus – klassisches Alterswerk-Material also.

Viele seiner Lines hätte Maxim dabei auch auf der Couch einer Therapeutin rappen können: „Wenn die Scheinwerfen ausgehen, bin ich unsichtbar / Ich bin ein Superstar / Baby, das ist googlebar / Auf meinem Gästeklo alles voll‘ Trophäen / Neon-buntes Outfit, mich darf keiner übersehen / Kaputte Stimme, denn ich rede viel zu laut / Ich muss einzigartig sein ansonsten wechseln sie mich aus.“ Ein wenig später heißt es: „Wenn nicht alle gucken, bin ich nicht wirklich da.“ Und im Refrain kommt dann die psychologisch und charakterlich eher bedenkliche Feststellung: „Das einzige, das mich zum Schweigen bringt / Ist Applaus, Applaus, Applaus.“

Mit (oder ohne) Sartre in Paris

Das Video dazu wurde um das Bataclan-Konzert „Réservé aux femmes“ am Weltfrauentag in Paris gedreht. Maxim gibt darin den melancholischen Intellektuellen, der gerade an der Uni die französichen Existenzialisten und im Kino die Nouvelle Vague enteckt hat, trägt einen schwarzen Anzug zum Rollkragenpulli und hat vielleicht sogar einen Reclam-Band von Albert Camus oder Jean-Paul Sartre in der Tasche, oder die Paris-Romane von Henry Miller. Weltenmüde, fast grimmig schauend, stromert er durch Paris, sitzt in Straßencafés, liest die Tageszeitung „Le Monde“, stellt fest, dass die Seine fast überläuft und versucht am Louvre aufzufallen. Kein Paris-Klischee wird ausgelassen, aber das natürlich mit Ansage. Und irgendwie passt der Clip ganz gut zu „Applaus“. Vielleicht weil er uns sagen will: Maxim war ein paar Tage in Paris, um über sein Leben nachzudenken …

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