Deeptalk im Moshpit: „Sophisticated Sad Songs” von Leoniden
2016 sind die Kieler Leoniden mit ihrem Indie-Rock-Song „Nevermind“ zum ersten Mal auf dem Radar erschienen. Der Start einer der erfolgreichsten Indie-Bands Deutschland. Es folgte fast ein Jahrzehnt voller Alben, schwitziger Live-Konzerten und kreativer Aktionen. Ein Jahrzehnt voller „Sophisticated Sad Songs“, die nun auf dem nunmehr vierten, gleichnamigen Album des Quintetts gebührend gefeiert werden.
We are the freaks, we stay together
Zehn „Sophisticated Sad Songs“ sind auf dem Album vereint, von denen vier bereits vorab veröffentlicht wurden; darunter auch die erste Auskopplung „Never Never“ oder „Balance of Love“. Die Tracks behandeln entgegen ihres nach vorn gehenden, tanzbaren Sounds tiefgreifende Themen, Deeptalk im Moshpit quasi. Es geht darum wie man einfach nur versucht, den Schein von Okay-sein zu waren („Tinnitus“), um die eigene Bitterkeit („Sierra“) und natürlich um Liebe – und alle die Probleme, die dieses Thema mit sich bringt („Calculator“).
Dennoch vermittel „Sophisticated Sad Songs“ Glücksgefühle und das Wissen: Wir sitzen alle im selben Boot. Ganz nach dem altbekannten Motto: „We are the Freaks, we stay toegther“.
Während die meisten Bands immer wieder ihre Live-Liebe beteuern, scheint es für die Leoniden fast schon eine Religion zu sein. Neben einer ausgedehnten Europa-Tour im Herbst ist die Gruppe im Rahmen der Album-Promo back to the roots gegangen. In den kleinen Club-Locations, die sie in ihren Anfangsjahren bespielt hat, hat die Gruppe erneut zum gemeinsamen Schwitzen, Feiern und Ausrasten eingeladen. Kein Wunder, dass das Albumcover den Moment vor dem Moshpit abbildet, wenn der Kreis schon gebildet ist und alle nur darauf warten, kollektiv loszulassen.
„Sophisticated Sad Songs“ ist das einzig logische vierte Leoniden-Album, eine natürliche Erweiterung des Signature-Sounds der Band mit ordentlich Punk-Spirit. Und somit wie gemacht für die von den Fünf so geliebte Live-Bühne.
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