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Der aufstrebende Rapper Rod Wave begeistert mit seiner herzzerreißenden Ehrlichkeit

2017 veröffentlichte ein junger Rodarius Marcell Green, so Rod Waves bürgerlicher Name, seine ersten beiden Mixtapes „Rookie of the Year“ und „Hunger Games“, einfach aus Jux und Tollerei und ohne irgendwelche Erwartungen oder größeren Ambitionen. Die Resonanz auf die Tapes fiel für seine Verhältnisse überaus positiv aus. Viele haben sich blitzartig in die Mischung aus harten Straßenerzählungen, abwechslungsreichen Rapflows und in seinen vom RnB-Genre angehauchten Gesang verliebt, andere fanden einfach die gesamte Erscheinung des Rappers imposant genug, um die Musik auf der Straße zu hören. Im darauffolgenden Jahr legte Rod mit dem zweiten und dritten Ableger seiner „Hunger Games“ Mixtape-Reihe nach und vergrößerte dadurch seine Hörerschaft, die scheinbar einfach nicht genug von der markanten Stimme bekam. Es folgten erste Tourneen, die dem ambitionierten Schreiber genug Eindrücke und Inspirationen bescherten, um direkt wieder ins Studio zu stürzen.

Letztes Jahr war es dann tatsächlich so weit: Auf seinem nächsten Mixtape „PTSD“ war ein Song zu finden, der sich in Windeseile durch die Algorithmen von YouTube und TikTok gefressen hat und quasi überall auf ebenjenen Plattformen zu finden war. „Heart on Ice“ markiert einen traumhaften Wandel Rod Waves, denn der Song wurde nicht nur 127 Millionen mal auf YouTube geklickt, sondern konnte sich auch 27 Wochen in den US-amerikanischen Billboard Charts halten (mit Platz 25 erreichte er übrigens eine phänomenale Höchstplatzierung) und Rod konnte sich eine erste, doppelte Platinauszeichnung sichern. Doch statt zu versuchen seinen viralen Hit zu reproduzieren, oder dem typischen Reflex eines Rappers, plötzlich den Großen in Interviews zu markieren und mit seinem Erfolg zu prahlen, blieb der Rapper seiner introvertierten Linie treu und feilte weiterhin an seinen fesselnden, ehrlichen Texten.

Rod Wave – Heart on Ice

Auch 2020 war für ihn bisher ein nicht weniger ereignisreiches Jahr. Inzwischen hat Rod Wave mit „Ghetto Gospel“ und „Pray 4 Love“ zwei Alben innerhalb von fünf Monaten veröffentlicht, in denen er sich intensiv mit seinen Fehlern der Vergangenheit auseinandersetzt. Letzteres Projekt konnte sogar Platz Zwei in den Billboard Charts ergattern wurde erst im August als Deluxe-Version mit zehn weiteren Songs und zwei weiteren Features (Yo Gotti und Lil Durk) neu aufgelegt. Wave scheint hungrig zu bleiben, egal welche Meilensteine er noch erreicht. Doch auch wenn sein bisher beschriebener Werdegang überaus rosig klingt, schon im Mai dieses Jahres kam es zu einem tragischen Reality-Check, denn Rod Wave wurde in einen dramatischen Autounfall verwickelt, der ihn mit Hirnblutungen zurückgelassen hat. Er konnte zwar schnell wieder genesen, doch die traumatische Erfahrung begleitet ihn vermutlich den Rest seines Lebens. Um die Ausgangsfrage bezüglich seines raschen Aufstiegs zu beantworten, reicht es tatsächlich fast aus, sich „Through The Wire“ anzuhören. Nein, wir meinen nicht den ikonischen Song aus 2004 von Kanye West, in dem er seine traumatischen Erlebnisse während seines verhängnisvollen Autounfalls, sondern den gleichnamigen Song von unserem Artikel-Protagonisten Rod Wave. Dieser nannte seine auf den Beat verewigte Reflexion über das Leben und den Tod natürlich völlig bewusst ebenfalls „Through The Wire“, schließlich passt diese Hommage wie die Faust auf’s Auge und man muss gestehen, Rod schafft es dem Song-Vermächtnis absolut gerecht zu werden.

Rod Wave – Through the Wire

Abschließend kann man festhalten, dass es die wundersame Mischung aus einzigartigem Songwriting, seiner Lebensgeschichte, seiner markanten Stimme, seine unvorstellbare Motivation und nicht zuletzt seine breitgefächerten Fähigkeiten am Mikrofon ist, mit der es Rod Wave schafft, die Herzen und Ohren unzähliger Hörer zu treffen. Wir freuen uns jedenfalls, seinen phänomenalen Werdegang weiter zu im Auge zu behalten und empfehlen jedem Rap-Head selbiges.

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