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Die 10 besten Alben 2019 international

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Tagged: Nilüfer Yanya

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und damit ihr die Highlights von 2018 nicht vergesst und die schönsten Momente Revue passieren lassen könnt, haben wir euch eine Liste mit zehn der wichtigsten Alben des Jahres zusammengestellt. Für diese Liste haben wir uns auf internationale Alben beschränkt.

Billie Eilish – When We Fall Asleep, Where Do We Go?

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Manche KünstlerInnen sind jahrelang auf der Suche, bis sie einen eigenen konsequenten Stil finden, einen roten Faden, der sich durch ihre Musik zieht. Oder aber man heißt Billie Eilish und macht schon mit dem diesjährigen Debüt-Album „when we all fall asleep, where do we go?“ klar, dass man trotz des jungen Alter genau weiß, wo man hin möchte. Daran ist ihr älterer Bruder Finneas auch nicht ganz unbeteiligt, gemeinsam mit ihm erzeugt die Sängerin einen Sound, so düster, wie es der Albumtitel verspricht. Dabei klingt das Projekt an keiner Stelle einfarbig, sondern pendelt zwischen zwei Polen: Songs wie „when the party‘s over“ oder „wish you were gay“ klingen zurück genommen und melancholisch, während Billie mit „bury a friend“ ihren inneren Kanye beschwört oder mit dem verspukten, tanzbaren „bad guy“ den Hit des Jahres liefert.

Sam Fender – Hypersonic Missiles

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Sam Fender ist einer DER Durchstarter des Jahres. Der junge Brite landete mit seinem Debütalbum „Hypersonnic Missiles“ einen der größten Treffer 2019, denn seine kritischen, schlauen und nicht selten auch ironischen Texte, treffen auf handgemachte Musik, die seinem Idol Bruce Springsteen nahekommt. Mit wachem Auge blickt er auf die Welt und macht sich auch außerhalb seiner Musik politisch stark für sein Heimatland Großbritannien. Seit 2017 veröffentlichte Fender regelmäßig Singles und somit waren viele Songs des Albums bereits bekannt. Dennoch kommt das Erstlingswerk ziemlich geschlossen daher. Zwischen Gitarrensolos und Saxophon-Einschüben tänzelt Sam Fender mit seiner markanten, lauten Kopfstimme.

Clairo – Immunity

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2019 sollte aus musikalischer Sicht also auch das Jahr sein, in dem Bedroom-Pop durch vor allem junge, weibliche Künstlerinnen wieder in den Fokus der Musikwelt gelangt. Eine dieser Künstlerinnen, die samt ihrem Album-Debüt maßgeblich dazu beigetragen hat, ist Clairo. Gerade mal 20 Jahre jung und damit vor Erreichen der amerikanischen Volljährigkeit muss sie sich mit Begriffen wie „Internet-Sensation“ oder „DIY-Hoffnung“ schmücken lassen und eine Erwartungshaltung ausbalancieren, die sich aufgrund einer Handvoll vorab veröffentlichten Singles, scheinbar schon ins Unermessliche katapultiert hatte. Ihre Antwort darauf gabs Anfang August, namentlich „Immunity“. Und schon beim ersten Durchlauf der Platte wurde deutlich, dass sie die Erwartungen ihrer KritikerInnen mehr als übertroffen haben dürfte, mit einem Pop-Entwurf der zum Großteil durch breit angelegte Fragilität glänzt, in einigen sehr guten Momenten aber auch mit Effekten gespickt ist. Clairo punktet aber nicht nur mit der musikalischen Ausarbeitung ihres Debüts, sie schafft es außerdem nicht zu selten Gesellschaftskritik in sanfte Harmonien zu betten und wo auch immer sich ihre Anfang 20 Musiker-KollegInnen in Plattitüden über jugendliche Liebe verlieren, Heteronormativität in Frage zu stellen.

Tyler, the Creator – Igor

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Jedes Jahr aufs Neue werden die Grammy-Nominierungen kontrovers diskutiert, aber die Jury scheint dieses Mal weitestgehend den Konsens getroffen zu haben. Zurecht ist auch das großartige „Igor“ von Tyler, The Creator als bestes Rap-Album nominiert – wobei man sich über diese Kategorisierung streiten kann. Denn auf „Igor“ wird nicht viel gerappt. Stattdessen präsentiert sich Tyler, den wir eins als hyperaktives Oberhaupt der Odd Future-Bande kannten, reifer denn je und übernimmt die volle künstlerische Verantwortung. So hat er das gesamte Projekt selbst produziert und vereint damit seinen Rap-Hintergrund mit Einflüssen aus Jazz und Soul sowie durchdringenden Synthesizern als bindenden Kitt. Seine Herangehensweise erinnert an die monumentalen Alben von Kanye West: Tyler ist nicht nur Schauspieler, sondern vor allem Regisseur am Set von „Igor“ und platziert als solcher geschickt Featuregäste, Samples und ausgedehnte Instrumentalpassagen.

Lana Del Rey – Norman Fucking Roswell

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Die nostalgische Diva der Pop-Welt hat sich in diesem Jahr mit ihrem Album „Norman Fucking Rockwell!“ in die Köpfe gespielt und wieder einmal mit einem melancholischen Hit nach dem anderen einen Einblick in ihre pastellfarbene, zarte Gefühlswelt zugelassen. Doch aller Radiofreundlichkeit zum Trotze, hat Lana Del Rey bei diesem Album nicht auf klassische Dreiminüter mit einer Hook gesetzt, sondern mit Ruhe und Gelassenheit hauchzarte Songkonstrukte aufgebaut. Von gedoppelten Gesangs-Passagen, zu geflüsterten und gesprochenen Passagen und ausufernden, wabernden Instrumentals geht Lana einen weiteren Schritt hin zu ihrer bereits bekannten psychedelischen 60er-Jahre-Mentalität. Sie arbeitet sich weiter an Kalifornien und Hollywood ab und gleichzeitig gelingt es ihr, mit „Norman Fucking Rockwell!“ das modernste Album ihrer Karriere zu schaffen. Es ist ein beeindruckendes Konzeptalbum durch und durch.

Brockhampton – Ginger

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Brockhampton haben in den letzten drei Jahren den amerikanischen Hip Hop ordentlich aufgemischt und dabei ganz nebenbei den Begriff „Boyband“ vom Castingshow-Stigma losgelöst. Als Kollektiv mit mehr als vierzehn Mitgliedern produzieren sie den Soundtrack einer Generation, die unter Einfluss von Kanye West, Frank Ocean und Odd Future ihre Jugend durchlebt hat. Die unbändige, verspielte Energie die ihre Albumtrilogie „Saturation“ auszeichnete, wurde in Frage gestellt, als die Gruppe sich von Rapper Ameer Vann trennte. Das Drama zwischen beiden Fraktionen ist nur eines von einer Reihe an düsteren Themen, die das aktuelle Album „Ginger“ durchziehen. Inhaltlich wie auch klanglich ist die Formation rund um Frontmann Kevin Abstract gereift und hat neben dem Bass-Massaker von „St. Percy“ oder dem gesampelten Rumba-Sound in „Boy bye“ vor allem astreine Pop-Rap-Tunes wie „Sugar“ und nicht zuletzt das anspruchsvolle Herzstück „Dearly Departed“ parat.

Lizzo – Cuz I love you

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Mit dem Album „Cuz I Love you“ gelang Lizzo in diesem Jahr ihr großer Durchbruch. Dabei steht sie nicht nur für funkelnden Pop und vor Kraft strotzenden R&B, sondern auch für eine Menge feministischer Werte. Sei es der Titelsong, der das Zulassen eigener Verletzlichkeit als ein Beweis der Kraft und Stärke zelebriert, oder, dass man sich nicht nur selbst akzeptieren sollte, sondern auch zu den Lizzo-Tunes mal richtig feiern sollte. Die Musikerin steht auf ganzer Linie für Selbstbewusstsein. Allem voran steht die Hit-Single „Juice“, die in diesem Jahr nicht aus den Köpfen zu kriegen war und mit der ultimativen Hook alles überstrahlte. Auf der anderen Seite lieferte Lizzo auf dem Album gleichzeitig ein paar Soul-Balladen, wie „Jerome“ oder „Lingerie“, die durch ihren starken Ausdruck aufblühen. Nicht zuletzt sorgte Lizzo mit „Cuz I Love you“ dafür, dass das Wort „Bitch“ eine positive Konnotation bekommt und man aus der Bezeichnung ebenfalls eigene Kraft und Selbstermächtigung ziehen kann. 

Nilüfer Yanya – Miss Universe

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Mit ihrem diesjährigen Debütalbum erfüllte Nilüfer Yanya all die Erwartungen, die sie mit ihren Singles und EPs schon in den vorausgegangenen Monaten geweckt hatte. Ihr Instrument ist die Gitarren und damit variiert sie zwischen lautem Strumming, die den zweiten Song „In Your Head“ dominieren, und  basslastigem Gezupfe wie im Folgetrack „Paralysed“. Hinzu kommen auch viele elektronische Einschübe, die den Song “Tears” schon fast in eine jazzige R&B-Richtung leiten. Es kommen auch immer wieder kleine experimentelle Einschübe, wie die Bläser, die in Melt für warme Sommerstimmung sorgen. Nelüfer Yanya hat mit „Miss Universe“ ein Konzeptalbum durch und durch vorgelegt und damit eines der stärksten Debüts veröffentlicht, über die wir uns in 2019 freuen durften. 

Harry Styles – Fine Line

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Alben, die erst im Dezember rauskommen, landen eher selten noch in den Bestenlisten des jeweiligen Jahres. Harry Styles ist so Jemand. Während man nach seinem selbstbetitelten Debüt aus 2017 anerkennend zugeben musste, dass ihm der musikalische Ausstieg aus Castingshow-Maschinerie und nahtlos anknüpfender Boyband-Karriere viel besser gelang als zugetraut, kapselt sich „Fine Line“ nun vollends von der musikalischen Vergangenheit ab. Da wo auf dem Solo-Debüt noch vereinzelt Zugeständnisse an das Erwartbare gemacht worden, hat „Fine Line“ den Sprung in bisher unbekannte Genre gewagt. Seien es die nicht zu überhörenden Folk-Referenzen in „Cherry“ oder „Canyon Moon“, der Kurzausflug in die Sparte Musical mit „Treat People with kindness“, oder aber das fast schon psychedelisch, Beatles-ähnlich anklingende „Sunflower, Vol. 6“. Aus musikalischer Sicht nur gut nachvollziehbar, warum Styles seine musikalische Emanzipation „schmaler Grat“ getauft hat. Ein Potpourri aus äußerst gelungnem Grenzgängertum, das Musikfans belohnt, die auch den letzten musikalischen Zügen eines Jahres noch Gehört schenken.

Slowthai – Nothing Great About Britain

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Dafür, dass Slowthai im Albumtitel dezent andeutet, dass er kein großer Fan seiner Heimat Großbritannien ist, klingt sein Debüt „Nothing great about britain“ durch und durch britisch. Das liegt nicht nur am schweren Akzent, mit dem Slowthai jede seiner Zeilen energisch ausspuckt, sondern auch an den Genres, die das Album aufgreift: Da wäre das rumorende Punk-Geschredder von „Door man“, der nostalgische Ausflug in den Garage-Sound auf „Toaster“ oder die aufgehetzten Grime-Geigen von „Drug Dealer“. Eine bunte Mischung, die auffällig aus dem zunehmenden Sumpf an UK Drill heraus sticht. Slowthai zeigt uns mit Frust und Humor seine Lebensrealität und damit die Bestandsaufnahme einer zerrütteten Nation im Brexit-Chaos.

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