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Die 10 besten Alben 2019 national

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Die Dekade neigt sich endgültig dem Ende zu, 2019 ist kurz davor von den 20ern abgelöst zu werden, die sich aus dem Nebel schälen. Das Jahr hat uns unbestreitbar viele großartige Musikmomente beschert und das genreübergreifend, ob im deutschen Raum oder international. Wir haben das Jahr Revue passieren lassen und für euch die zehn besten Alben aus Deutschland zusammengestellt.

Tua – Tua

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Tua hatte sein Soll eigentlich schon 2009 erfüllt und mit „Grau“ ein Magnum Opus abgeliefert, in dem genug für eine ganze Diskographie steckt. Aber damit gibt sich der Rapper und Produzent nicht zufrieden, stattdessen knüpft er kurzer Hand zehn Jahre später an den Klassiker an und wagt den Schritt zum Selftitled-Nachfolger. Und der gelingt auf ganzer Länge: „Tua“ holt uns dort ab, wo „Grau“ aufgehört hat, in einer chaotischen Lebenslage zwischen Drogen und Gewalt in der song-gewordenen „Vorstadt“. Aber dort setzt Tua nur an, um uns mitzunehmen auf eine Reise in seine heutige Gegenwart. In der existieren eben auch Pop-Hits wie „Wem mach ich was vor“ und abstrakte Genrebrecher wie „Tiefblau“, die zeigen, dass Tua mit nichten stehen geblieben ist. „Tua“ ist kein zweites „Grau“, aber trägt seinen Vorgänger tief in der DNA verwurzelt.

OG Keemo – Geist

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OG Keemo ist ein Charakter, auf den sich alte Szene-Heads und Teenager einigen können. Er trägt es schließlich schon im Namen: Er ist vielleicht noch kaum über den Newcomer-Status hinaus, aber trotzdem schon immer OG. Gemeinsam mit Produzent und Homie Funkvater Frank hat sich der Rapper aus Mannheim eine eigene Sound-Welt zwischen Mobb Deep und verzerrten 808s kreiiert, eine Vision, die mit dem Debüt-Album „Geist“ ihren bisherigen Zenit erreicht. Das Projekt schafft es, brachialen Straßenrap durchdacht und ausproduziert klingen zu lassen, ohne ins Intellektuelle abzurutschen und ist noch dazu ein einziges Fest für Reim- und Flowfetischisten. „Geist“ scheint wie ein unmissverständliches Signal an Legenden der alten Schule und junge Kollegen gleichermaßen, dass sie sich ins Zeug legen müssen, wenn sie mit OG Keemo und Funkvater Frank mithalten wollen.

Kummer – Kiox

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Im Band-Kontext mit seinen Kollegen von Kraftklub hat Felix Kummer eigentlich schon so viel abgerissen, da wäre es vollkommen okay, wenn das Solo-Projekt „Kiox“ nicht ganz so cool geworden wäre. Tatsächlich liefert Kummer aber auch ohne Rückendeckung seiner Jungs ab und braucht neben seiner eigenen Stimme nur satte, elektronische Produktionen von Blvth, um ein Album, wie aus einem Guss auf die Beine zu stellen. Den roten Faden bildet das düstere Sound-Gerüst, auf dem Kummer von der intimen Liebesbekundung „Bei dir“ über die bissige Gesellschaftskritik „Wieviel ist dein Outfit wert“ bis zum Rückblick zur Jugend in „9010“ alles unter bringt.

Ebow – K4L

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Wer sich regelmäßig mit der derzeitigen Rap-Szene auseinandersetzt, der wird sich zwischen Playlist-Gehabe und Untergrund-Künstlern folgendem Widerspruch ausgesetzt fühlen: Qualität vs. Quantität. Dass diese beiden Begriffe aber nicht zwingend in den Wettkampf miteinander treten müssen, dass beweist dieser Tage niemand so gut wie Ebow. Die Wahl-Wienerin türkischer/alevitischer/kurdischer Herkunft hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen als gesellschaftskritische und experimentierfreudige Rapperin gemacht. Ihre Texte sind politisch und ihre Attitüde ist authentisch. Mit „K4L“ hat Ebow ein wegweisendes Album geschaffen, das nicht nur eine Abrechnung mit dem System ist, sondern vielmehr ein Aufruf zur Solidarität und zum Zusammenhalt.

Max Herre – Athen

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Konzeptalben sind eine hohe Kunst, die man nicht erzwingen sollte. Wenn sie allerdings gelingen, sind sie von vorne bis hinten ein Hörgenuss und eine Meisterklasse der Erzählung – Max Herre machts mit „Athen“ vor. Der Stuttgarter Rapper klingt trotz Legendenstatus kein bisschen angestaubt, sondern vereint Reife und Lebenserfahrung mit einem jung gebliebenem Kopf, der sich auch für neuere Entwicklungen in der Rap-Welt begeistern kann. Dank dieser Dualität entstehen anspruchsvolle Stücke wie der titelgebende Roadtrip nach „Athen“ mit Umweg über Pink Floyds Pompeii, die hypnotischen Architektur-Analogien der „Villa auf der Klippe“ oder die Gospel-Zweisamkeit mit Joy Denalane in „Das Wenigste“.

Ilgen-Nur – Power Nap

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Ilgen-Nur hält die Fahne für großartigen Indie-Rock hoch. So zumindest das weitgehend einstimmige Fazit nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Power Nap“. Wörter die dabei auch immer wieder fallen: Lässiger Indie-Pop, Slacker-Rock-Attitüde und DIY-Ästhetik. Zusammen mit ihrem Produzent Max Rieger (Die Nerven) hat Ilgen-Nur Songs aufgenommen, die oftmals wie Auszüge aus einem Tagebuch klingen. Titel wie “Nothing Surprises Me” oder “You’re a mess” sprechen dabei eine eindeutige Sprache. Die melancholischen Texte werden durch Ilgens schwebend-melodische Stimme so eindringlich vorgetragen, dass sie einfach tief berühren und Gefühle jedweder auslösen können. Man kann es Ilgen-Nur nur wünschen, dass sie irgendwann in den USA zur Speerspitze des Indie-Rock gehören wird. Schade wäre es aber trotzdem, denn sie tut – nicht nur mit ihrem neuen Album – der deutschen Musikszene äußerst gut.

Mine – Klebstoff

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Stillstand gibt es bei Mine nicht: Die Musikerin gönnt sich keine noch so kleine Pause und liefert seit ihrem Debüt im Jahr 2013 konstant ab. Im April erschien ihre neue Platte „Klebstoff“, auf der sie einen imposanten Pop-Entwurf präsentiert und die von intimen und persönlichen Themen lebt. Mine entführt ihre Hörer auf „Klebstoff“ erneut in eine unverwechselbare Klangwelt und bietet eine abwechslungsreiche Mischung von Dudelsack bis Flötensolo. Um die Platte noch vielfältiger zu gestalten, hat sich Mine auch Feature-Gäste eingeladen: Giulia Becker, Großstadtgeflüster, AB Syndrom, Bartek, Haller und Dissy sind zu hören. Die Musikerin schickt uns mit „Klebstoff“ ein wahres Kunstwerk, welches sich zu absolut hören lohnt. Experimentierfreudige Pop-Musik, die ihres Gleichen sucht.

Thees Uhlmann – Junkies und Scientologen

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Ganze sechs Jahre ist es her, seit das letztes Solo-Album von Thees Uhlmann erschienen ist – in der Zwischenzeit trat er vor Allem als Autor ins Rampenlicht und erzielte mit „Sophia, der Tod und ich“ große Erfolge. Mit seinem Album „Junkies & Scientologen“ präsentierte er dann im September endlich wieder neue Musik. Auf der Platte vertont er selbstsicher seine eigene Lebensrealität in Hits voller Punchlines. Egal ob als Fahrer, der die Frauen nach HipHop-Videodrehs nach Hause fährt, als Katy Perry- und Avicii-Ultra oder in einer Ode an die Durschnitts-Stadt Hannover: Der GHvC-Gründer weiß jede noch so kleine Kleinigkeit in großen Indie-Pop zu verpacken – eine Menge Pathos inklusive. Thees Uhlmann hat mit seinem neuen Album einmal mehr bewiesen, dass er einer der ehrlichsten und nahbarsten deutschen Songschreiber ist und auch noch 20 weitere Jahre auf der Bühne stehen kann, ohne dabei peinlich zu wirken.

Rammstein – Rammstein

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Kaum eine deutsche Band hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten die Musikwelt so geprägt wie Rammstein. Ob Skandale, die sagenumwobenen Live-Shows, unzählige Auszeichungen und ein riesiger internationaler Erfolg: Die sechsköpfige Band aus Berlin gehört ohne Zweifel zu den wichtigsten Bands weltweit. Kein Wunder, dass Musik-Deutschland durchdreht, wenn Rammstein nach zehn Jahren wieder eine neue Platte veröffentlichen. Und was wurde nur diskutiert über Songs und Videos wie „Deutschland“ oder „Ausländer“. Am Ende bleibt aber, dass Rammstein eines der besten Alben in diesem Jahr abgeliefert haben. Rammstein haben ihre altbewährte Erfolgsformel mehr als perfektioniert und beherrschen das Spiel mit der Provokation so gut wie niemand anderes.

Rin – Nimmerland

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Seit ersten Hits wie „Don’t like“ oder „Bianco“ befindet sich Bietigheims bekanntester Rotschopf Rin nicht nur zielsicher am Puls der Zeit, sondern vor allem auf einem Höhenflug, der mittlerweile fast vier Jahre andauert. Anhand von Releases wie „Eros“ oder „Planet Megatron“ konnte die Rap-Öffentlichkeit dem Musiker in einer Phase des Übergangs zuschauen, vom DIY-Hustle zum großen Erfolg und von der Jugend hinein ins Erwachsenen-Dasein – eine einmalige Zeit, die Rin mit seinem neuesten Album „Nimmerland“ festhalten will. Das Resultat ist wohl das beste aus beiden Welten: Materialismus und unbeschwerter Leichtsinn à la „Fabergé“ und „Vintage“ mit klaren amerikanischen Vorbildern, aber auch ambitionierte Songs wie „Brunai“ oder das Bilderbuch-Crossover „Nimmerland“, die verraten, wo es vielleicht in der Zukunft hingeht.

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