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Die 10 besten Alben 2021 international

Posted in: Listen

Damit ihr euch die besten Alben des Jahres noch einmal ins Gedächtnis rufen könnt, haben wir eine Liste mit den zehn besten Platten zusammengestellt, die 2021 von internationalen Künstler:Innen erschienen sind.

Snail Mail – Valentine

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Nachdem Snail Mail 2018 mit ihrem Debüt-Album „Lush“ ihren großen Durchbruch hatte und sich als Ausnahmetalent in Sachen Indie- und Gitarren-Pop hervorgetan hat, wurde es erst einmal still um Lindsey Jordan. Doch erste Singleauskopplungen wie „Valentine“,Ben Franklin“ oder „Madonna“ haben bereits ahnen lassen, was sich mit Veröffentlichung Anfang November dann bestätigte: Das Warten auf Album Nummer zwei hat sich mehr als gelohnt. „Valentine“ ist ein wundervolles Indie-Pop-Werk mit ebenso großen, hymnenartigen wie auch intimen, ruhigen Momenten.

In ihrem typischen Gitarrensound, der von harmonischen Synths und Samples unterstützt wird, kann Snail Mail auf dem Album ihre persönliche Krise nach einer schmerzhaften Trennung aufarbeiten – und endlich hinter sich lassen. Und für die Hörerschaft ist das Werk nicht nur aufgrund der schonungslosen Ehrlichkeit in den Lyrics etwas ganz Besonderes – es ist die Sängerin selbst, die mit ihrer markanten Stimme, roher Authentizität und dem ganz eigenen Sound auf „Valentine“ einfach berührt und im Kopf bleibt.

Fred Again.. – Actual Life (April 14 – December 17 2020)

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Schon seit Jahren hinterlässt der Sänger und Produzent Fred Again.. seine Spuren hinter den Kulissen der Musikindustrie. Mit seinem Songwriting- und Produktionstalent hat er schon mit einem breit gefächerten Katalog von Künstler:Innen gearbeitet: Eminem, BTS, Rita Ora, Charli XCX, Ed Sheeran – um nur ein paar zu nennen. Aber wie klingt Fred Again.. überhaupt, wenn er seine Fähigkeiten nicht gerade für andere einsetzt? Das zeigte der Musiker Anfang dieses Jahres mit seinem Debüt-Album „Actual Life (February 14 – December 17 2020)“.

Nur schwer lässt sich das Projekt einem einzelnen Stil zu weisen. Stattdessen bedient sich Fred Again.. am gesamten Genre-Repertoire der britischen Club-Szene, mit der er aufgewachsen ist. Nahtlos werden Elemente aus UK Garage, Jungle, House und Electronica mit eingängigem Pop gemischt. Fred Again.. liefert tanzbare Beats, in einer Zeit in der die Clubs auf der ganzen Welt schweigen und große Emotionen, während sich unsere Gefühle immer mehr auf digitalen Bildschirmen abspielen. „Actual Life“ ist das musikalische Tagebuch einer Epoche, in der es sich nicht lohnt ein Tagebuch zu führen – und gerade deshalb vielleicht das Lockdown-Album schlechthin.

Olivia Rodrigo – SOUR

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Ein Coming-of-Age-Album, das Fans in der Altersklasse von 1 bis 99 abzuholen scheint, ist das Debüt von Olivia Rodrigo. Was nicht wirklich wundert, denn „SOUR“ hat nicht weniger als elf perfekt geschriebene und gesungene Songs. Ausfälle oder Lückenfüller gibt es auf „SOUR“ einfach nicht. Dass die amerikanische Sängerin und Disney-Schauspielerin das Zeug zum Popstar hat, wusste man schon, als man sie in der übrigens sehr meta konzipierten Serie „High School Musical: Das Musical: Die Serie“ sah. Darin spielt sie die Teenagerin Nini, die auf genau die High School geht, in der man einst den Kinofilm „High School Musical“ gedreht hatte. Was eine Musiklehrerin mit einem eigenen High School Musical über die Entstehung von „High School Musical“ feiern will, was diese Serie nun in Teilen als Mockumentary begleitet. Daher also der so herrlich verdrehte Titel. Dass Olivia Rodrigo aber nicht bloß als Disney-Star gesehen wird, sondern spätestens ab der Single „drivers license“ als völlig eigenständiger Popstar, der die Serie schon längst überstrahlt, liegt an ihren Songwriting-Skills, ihrem Charisma, ihrer Stimme und ihrer musikalischen Experimentierfreude. Auf „SOUR“ gibt’s mit „brutal“ und „good 4 u“ knurrige Pop-Punk-Hits, die auch Avril Lavigne-Fans Freude bringen, mit „deja vu“ und „drivers license“ gibt’s die großen Heartbreak-Hymnen und mit dem ruhigen Highlight des Album „hope ur ok“ zeigt Rodrigo dann eben mal, dass auch sie die ein oder andere Platte von Phoebe Bridgers oder Julien Baker in der Spotify-Bibliothek hat.

Girl in Red – if I could make it go quiet

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„if I could make it go quiet” heißt das Debütalbum von Girl in Red und beheimatet insgesamt elf Geschichten voller Emotionalität, Stärke und Reflexion. Marie Ulven, wie die Singer-Songwriterin mit bürgerlichen Namen heißt, schildert den Umgang mit den eigenen Gedanken und Gefühlen, stellt die richtigen Fragen zur richtigen Zeit und hat genau die kitschigen Lebensweisheiten parat, die wir manchmal zwar nicht hören wollen, die im Kern aber sicherlich wahr sind. Außerdem geht Girl in Red mit gutem Beispiel voran und spricht auf ihrer Platte erstmals über Themen, die sie bisher vor ihrer Hörerschaft geheim hielt. Worum es dabei genau geht hat sie uns unter anderem im Podcast-Interview verraten.

Aber nicht nur inhaltlich macht Ulven deutlich, dass sie sich weiterentwickelt hat. Besonders hörbar werden die vergangenen drei Jahre vor allem im Facettenreichtum ihrer Stimme, aber auch in der Vielfalt ihres Sounds: Die norwegische Musikerin hat sich inzwischen immer mehr vom träumerischen Bedroom Pop emanzipiert und schlägt auf „if I could make it go quiet“ vermehrt poppigere und treibendere Töne an. 

IDLES – Crawler

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Die IDLES-Hater (Jason Williamson von den Sleaford Mods ist sicherlich der prominenteste aus dieser Riege) warten ja schon lange drauf, dass die IDLES ihren guten Lauf mal so langsam beenden – aber das wird auch nach ihrem vierten Album nicht passieren. Denn Joe Talbot und seine Band werden einfach immer besser. Statt stilistisch auf der Stelle zu treten und ihren lärmenden, aber intelligent betexteten Trademark-Sound weiterzureiten, wagen sie sich auf „Crawler“ in andere Gefilde. Und das gleich zu Beginn: „MTT 420 RR“ ist dunkel, langsam, elektronisch und dramatisch – mit hörbaren Nine Inch Nails-Einflüssen. „The Beachland Ballroom“ ist dann gar eine waschechte, wenn auch dezent grollende Ballade. Dazwischen gibt es aber eher klassische IDLES-Tracks wie „Car Crash“, „The End“ oder „King Snake“, die trotzdem nicht nach Hardcore- oder Post-Punk-Stangenware klingen. Was vielleicht am Produzenten liegen könnte, der zum zweiten Mal in der IDLES-Diskographie Kenny Beats heißt – welcher sonst eher bei Leuten wie Gucci Mane, Vince Staples, DaBaby, FKA Twigs, Rico Nasty oder Denzel Curry an den Reglern sitzt.

Adele – 30

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Mit „Easy On Me“ meldete sich Adele im Oktober aus einer langjährigen Schaffenspause zurück und sorgte wieder einmal für viel Aufsehen. Und dass nicht ohne Grund: Sie ist und bleibt eine der größten Popstars unserer Zeit. Niemand singt scheinbar ohne Anstrengung so emotionale, starke Songs wie die Britin. Ihr Geheimnis ist (neben der unglaublichen Stimmgewalt) wohl die tiefe Emotion, die sie in ihre Musik legt. So auch in dem neuen Album „30“, in dem es nicht wie in den vergangenen Werken um die Liebe zu (Ex)-Partnern geht, sondern auch um eine ganz besondere, neu hinzugekommene Form: die Mutterliebe. 

Doch auch düsterere Gefühle finden auf „30“ statt. So erklärt sie in „My Little Love“ ihrem Sohn auf herzzerreißende Art, wie sehr sie die Trennung von ihrem Mann mitnimmt. „I Drink Wine“ erzählt von den Schwierigkeiten sich selbst zu akzeptieren und „Hold on“ von Einsamkeit, die im Leben von Adele in letzter Zeit immer wieder ein Thema war. Besonders emotional werden die Songs durch Sprachaufnahmen der Sängerin in sehr verletzlichen Momenten, in denen sie ihre Gefühle unter Tränen zum Ausdruck bringt. Und dann sind da natürlich auch noch diese hymnenartigen Pop-Balladen, wie nur Adele sie singen kann – die ihre Hörerschaft immer wieder mit offenen Mündern und mit der berechtigten Frage im Kopf zurücklässt, wie eine einzige Frau solch eine Kraft und Emotion in ihrer Stimme tragen kann.

Sam Fender – Seventeen Going Under

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2019 hat sich Sam Fender mit seinem Debütalbum “Hypersonic Missiles” von Null auf Hundert in den Olymp des Indie-Rock katapultiert. Nun knüpft er in diesem Jahr mit „Seventeen Going Under“ an diesen Erfolg an – und hat ein sehr persönliches Konzeptalbum geschaffen. Es ist als würde man durch ein musikalisches Fotoalbum der Kindheit und Jugend des Briten blättern. Er arbeitet in dem Werk die prägenden Momente seiner Vergangenheit auf. Von schrecklichen Erlebnissen, die sich einfach nicht vergessen lassen, bis hin zu den heiligen Erinnerungen, die man wie einen Schatz im eigenen Kopf wahrt.

Seventeen Going Under“ löst etwas bei seinen Hörer:innen aus. Der typische, hymnenartige Sam-Fender-Sound sorgt auch auf dem neuen Werk für den perfekten Mix aus Euphorie und Melancholie. Mit Bläsern und Chören legt der Sänger seine tiefsten Emotionen in den ekstatischen Indie-Rock und erzählt seine komplette Lebensgeschichte auf Albumlänge. Der ergreifendste Moment: Der Chor seiner Freund:innen im Song „Paradigms“, die in Gedenken an ihren verstorbenen Freund alle gemeinsam singen, um Aufmerksamkeit für das Thema Suizid zu schaffen. Es ist als würde Sam Fender die Tür zu seiner Seele mit „Seventeen Going Under“ ein großes Stück weiter aufmachen – und genau das ist es, was das Werk auch so besonders macht.

Arlo Parks – Collapsed in Sunbeams

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Die gerade einmal 21-jährige Musikerin Arlo Parks ist ohne Zweifel eine der spannendsten R’n’B-Stimmen unserer Zeit. Im letzten Jahr hat sie mit Songs wie „Black Dog“, „Hurt“ oder „Green Eyes“ immer wieder unter Beweis gestellt, dass sie ebenso ihre eigenen Gefühle wie auch die ihrer Mitmenschen hervorragend in kleine Gedichte und Texte verpacken kann. „Verpacken“ ist dabei das richtige Stichwort, denn auch anspruchsvollere Themen wie mentale Gesundheit und queere Sexualität finden in den leichtlebigen und harmonischen Tracks von Anaïs Oluwatoyin Estelle Marinho aka Arlo Parks ihren Platz. 

Anfang des Jahres veröffentlichte Arlo Parks ihr Debütalbum „Collapsed in Sunbeams“ auf dem sie all das zusätzlich intensivierte. „Collapsed in Sunbeams“ ist Urlaub und Erholung vom Alltag und schmiegt sich wie eine warme Kuscheldecke um die Seele. Besonders der analoge und zeitgenössischen Mix aus Jazz, Soul und Pop über den Arlo Parks ihre empathischen Verse singt, funktioniert unheimlich gut und vermittelt fast schon eine Art Gefühl von Geborgenheit.

Little Simz – Sometimes I Might Be Introvert

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2021 war das Jahr der großen Album-Releases, besonders im Rap. Sowohl Kanye West als auch Drake veröffentlichten innerhalb einer Woche zwei gigantische Alben, doch knapp eine Woche später kommt eine junge Rapperin aus dem Vereinten Königreich mit ihrem vierten Album um die Ecke und stellt die jüngsten Werke dieser zwei Rap-Egomanen problemlos in den Schatten. Die Rede ist natürlich von Little Simz und „Sometimes I Might Be Introvert“. Auf „SIMBI“ (Die Abkürzung des Titels ergibt passender Weise ihren Spitznamen) entführt uns die UK-Rapperin auf eine klangliche Selbstfindungsreise par excellence. Soundtechnisch lässt sich Little Simz dabei in kein Korsett packen. Die Produktion auf „SIMBI“ klingt groß, filmisch, orchestral – ja, stellenweise fast schon märchenhaft. Besonders die vier Interludes klingen regelrecht zauberhaft und tragen mit ihren Individuellen Sound-Kniffen viel zum Fluss der Erzählung des Albums bei. Soul-Samples á la „The Agony And The Ectasy“ von Smokey Robinson, welcher in „Two Worlds Apart“ Verwendung findet, bereichern das Album genau so, wie vielen verschiedenen Rhythmen und anderen Einflüsse, die in „SIMBI“ sorgfältig eingewebt wurden. Auch wenn der Sound vielschichtig ist, zu keiner Zeit verliert uns Little Simz mit extravaganten Spielereien und beweist somit ein großes Maß an Stilsicherheit.

Inhaltlich gibt Little Simz so viel wie noch nie: Sowohl von sich als Künstlerin, als auch von ihrem ganz privaten Dasein als Simbi. Der intrinsische Drahtseilakt, der mit ihrer introvertierten Persönlichkeit und ihrem Dasein als angehender Popstar einher geht, äußerte sich bei Little Simz in verschiedensten Gedanken, Emotionen und Spannungen. Diese intimen und bereichernden Prozesse verarbeitet Simz auf „Sometimes I Might Be Introverted“ fachgerecht zu stets pointierten Lines und routinierten und doch abwechslungsreichen Flows, denen mit ihrem gekonnten Stimmeinsatz die nötige Energie verliehen werden. Ehrlich gesagt ist ihre Perspektive (als junge, erfolgreiche, schwarze Frau im Vereinten Königreich) ist wesentlich frischer, aufschlussreicher und spannender als alles was auf „Donda“ und „Certified Lover Boy“ erzählt wurde, daher wirkt ein künstlerischer Vergleich schon fast anmaßend. 

Tyler, The Creator – CALL ME IF YOU GET LOST

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2017 und 2019 hat Tyler The Creator mit „Flower Boy“ und „Igor“ zwei sehr ambitionierte und gelungene Alben veröffentlicht. Mit beiden Projekten lebt er sich musikalisch erstmals völlig aus, losgelöst von den Grenzen des Genres Hip Hop. Jedes Instrument, jeder Sound, wurde von Tyler selbst fein säuberlich abgestimmt, dazu hören wir den ehemaligen rebellischen Kopf der Odd Future-Crew mehr singen als jemals zu vor. Musik auf diesem Level ist allerdings nicht zuletzt auch sehr zehrend und erschöpfend. Deshalb war es für Tyler mit seinem diesjährigen Projekt vor allem an der Zeit, einfach mal Spaß zu haben. Doof nur, dass er dabei so ganz aus Versehen mal wieder ein verdammt gutes Album gezaubert hat.

Mit „Call me if you get lost“ erfüllt sich der Musiker einen großen Traum und holt sich die Mixtape-Legende DJ Drama an Bord. Auf beinahe jedem Song macht dieser mit seinen Ansagen Stimmung für Tyler und gibt dem Projekt eine ordentliche Portion Oldschool-Flavour. Überhaupt kommt diese Atmosphäre natürlich schon durch die rumpelnden Boom-Bap-Drums auf, die Tyler auf dem Großteil des Projekts berappt. Besonders spannend daran sind auch die Feature-Gäste, mit denen Tyler sein Album kuratiert. Neben Legenden wie Lil Wayne und Pharrell Williams sind es vor allem aktuelle Szene-Größen wie NBA Youngboy und Lil Uzi Vert, die für ihre Gastbeiträge den eigenen Trap-Sound mit Tylers analogen Sample-Beats austauschen. In den vergangenen Monaten hat sich Tyler The Creator als Produzent, Sänger, Modedesigern und sogar Eiscreme-Manufakteur versucht – mit „Call me if you get lost“ ist er allerdings wieder zu alter Rapper-Form aufgelaufen.

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