“Seventeen Going Under”: Sam Fender blickt mit neuem Album zurück auf seine Jugend
Sam Fender hat sich 2019 mit seinem Debütalbum “Hypersonic Missiles” von Null auf Hundert in den Olymp des Indie-Rock katapultiert. Vollkommen zurecht wurde sein zweites Studioalbum „Seventeen Going Under“ von Kritikern sowie Fans mit Spannung erwartet und soviel lässt sich schon sagen: Der Erfolg seines Debütalbums soll kein Zufall gewesen zu sein.
„Seventeen Going Under“ ist ebenso vielfältig wie dem Sänger treu geblieben. Persönlich und emotional, aber gleichzeitig abstrakt genug, um wegweisend zu sein. Sam Fender hat sich besonders auf Textebene auf organische Weise weiterentwickelt. Man erlebt den 27-jährigen Sänger von einer verletzlichen, neuen Seite und begleitet ihn bei einer aufwühlenden Aufarbeitung der eigenen Jugend und der turbulenten Zeit des Erwachsenwerdens.
Seht hier das Musikvideo zu „Seventeen Going Under“ von Sam Fender
Sam Fender erschafft in seiner Musik immer wieder schwerelose, ekstatische Momente. Mit elektrisierender Erwartung bauen seine Songs vom ersten Ton an Spannung auf, nur um dann im Refrain in eine enthusiastische Hymne zu explodieren, in der man als Hörer:in ein einmaliges, nur durch eben solche Musik zu erschaffendes Gefühl von Euphorie erfährt.
Sam Fender singt über Schwierigkeiten der Jugend
Einer dieser Songs ist der titelgebende „Seventeen Going Under“. Was als eingängige, mitreißende Gitarrenmelodie beginnt, schwillt im Verlauf zu einer eben für Sam Fender typischen Hymne mit treibenden Drums an. Der Track ist ein eindringliches Stück Musik über die ganz persönlichen Herausforderungen beim Heranwachsen.
In „Good Company“ erklärt der Sänger sein Selbstbild und wer er glaubt zu sein, „Mantra“ bildet eine starre Predigt daran, sich nicht von äußeren Einflüssen unterkriegen zu lassen. „Spit of You“ gibt Einblicke in die schwierige Beziehung des Sängers zu seinem Vater und „Get You Down“ erinnert mit den im Album immer wieder stattfindenden, energiegeladenen Bläsern vielleicht am meisten an die Stimmung des Hits „Hypersonic Missiles“ aus dem vorigen, gleichnamigen Album.
Keine Angst vor wichtigen Themen
Der Brite geht auch tiefer hinein, in die Abgründe der vergangenen Zeit und hat mit „Seventeen Going Under“ etwas zu sagen. So thematisiert er in sehr emotionalen Songs wie „The Dying Light“ oder „Paradigms“ den Verlust eines Freundes durch Suizid.
Besonders letzterer kommt mit einer ergreifenden Geste, die den Hörer:innen Gänsehaut bereitet: Denn der Musiker hat alle seine Freunde zusammengetrommelt um gemeinsam den Satz „No one should feel like this“ im Chor zu singen, als Gedenken an ihren gemeinsamen Freund und um Aufmerksamkeit auf das grausame Thema Suizid zu lenken.
Sam Fender hat mit seinem musikalischen Selbstportät ein wichtiges Werk erschaffen, an dem sich jede:r an der ein oder anderen Stelle selbst wiederfindet und bildet somit besonders für die junge Generation eine Inspiration. Und trotz vieler schwieriger Themen schafft es „Seventeen Going Under“ mit seiner euphorisierenden musikalischen Atmosphäre und der Wir-sitzen-alle-im-selben-Boot Stimmung das Gefühl zu verbreiten, alles schaffen zu können und bringt die Erkenntnis, dass schwierige Zeiten zum Leben wohl dazugehören, dieses aber nicht dominieren müssen.
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