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Die 10 besten Songs 2019 international

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James Blake feat. Rosalía – Barefoot in the park

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James Blake ist im weitesten Sinn eigentlich ein Pop-Musiker, geht seinen Sound dabei aber mit einem nerdigen Tüftler-Geist an. Daraus entstehen Werke wie das diesjährige Album „Assume Form“, das die verschiedensten Facetten der Liebe mit Elektro-Experimenten und Hip Hop-Anleihen vertont. Diese Mischung ist in ihrer Zusammensetzung vielfältig, im Fall von „Barefoot in the park“ aber unschlagbar atmosphärisch und psychedelisch. Die spanische Sängerin Rosalía leiht Blake hierfür ihre charakteristische Stimme: Einerseits als geisterhaftes Sample, das wie eine wehmütige Windböe durch die schwerelose Produktion weht, andererseits ganz präsent mit einer Strophe und einer gemeinsamen Hook mit dem Gastgeber. „Barefoot in the park“ ist einer dieser Songs, die schon mit ihrem Titel ein ganz gewisses Bild erzeugen – umso besser, wenn dieses dann musikalisch auf ganzer Linie eingelöst wird.

Girl in Red – Bad idea!

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Die Musikerin Girl in Red ist eine Gallionsfigur der jungen Bedroom-Pop-Szene und thematisiert ohne Scheu intime Themen wie psychische Gesundheit trägt den oft beschworenen DIY-Charakter dieser Bewegung auch in ihrem Song „Bad idea!“. Die Gitarren schrabbeln analog zwischen den Punkrock-Drums und lassen genug Luft für den bestimmten Gesang von Girl in Red. Dem gilt nämlich das Hauptaugenmerk, schließlich erzählt sie selbstbewusst von dem titelgebenden Fehler, sich mit der falschen Person einzulassen: „Bad idea!“.

Oehl – Über Nacht

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Oehl war und ist eine dieser großen Überraschungen, die das Jahr 2019 uns beschert hat und die man so kaum vorhersehen kann. Ein Duo aus Österreich, bestehend aus dem isländischen Multiinstrmentalisten Hjörtur Hjörleifsson sowie Sänger und Namensgeber Ariel Oehl. Gemeinsam bieten sie Grauzonen-Musik zwischen sanfter Akustik, elektronischen Spielereien und experimentellen Anleihen, zusammengekittet mit Ariels poetischen Texten, in denen die Belesenen unter euch vielleicht einige Klassiker der Lyrik wiederfinden. Oehl sind Pop, aber anders und besonders angetan hat es uns ihr Stück „Über Nacht“ – Ein Song, der den unwahrscheinlichen Balance-Akt zwischen Major-Lazer-„Lean On“-Swagger und gedämpftem Gitarren-Funk mühelos meistert.

Ariana Grande – 7 Rings

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„Wild geese that fly with the moon on their wings, these are a few of my favorite things“ – Spätestens bei der letzten Phrase müsste es bei euch klingeln, schließlich sind wir darum dieses Jahr kaum herum gekommen. Dabei stammt der geliebte wie auch verhasste Ohrwurm schon aus dem Jahr 1959, damals war „Favorite Things“ Bestandteil des Kult-Musicals „Sound Of Music“. Mehr als ein halbes Jahrhundert später entdeckt auch Pop-Star Ariana Grande die geniale Melodie für sich und sampelt sie kurzer Hand für ihren eigenen Hit „7 Rings“. Die Streicher weichen elektronischen Spieluhr-Sounds, aus den mondbestrahlten Gänsen macht Ariana Champagner und Geldautomaten. In Rap-Manier ruht sich Ariana Grande auf ihren Errungenschaften aus und prahlt mit materialistischen Gütern, wo es geht – und das von einer Sängerin statt von Migos & Konsorten zu hören, ist wirklich erfrischend.

Charli XCX feat. Christine and the Queens – Gone

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Charli XCX und Christine And The Queens treffen im Zuge von Charli’s neuestem Album auf dem Song „Gone“ aufeinander. Schon seit Jahren sind beide Künstlerinnen wichtige Figuren für Musikfans aus der LGBTQI+-Community, aber ob queer oder nicht, der gemeinsame Song klingt für jedes gesunde Paar Ohren verdächtig nach Hit. Charli XCX ist eine Meisterin, wenn es darum geht, Elektro-Pop ein Stückchen über die Norm hinaus zu denken, immernoch eingängig zu bleiben, aber dabei radikalere Sounds als andere Zeitgenossen zu wählen. Besonders auffällig wird das im experimentellen Outro oder in der Hook, die beide Musikerinnen gemeinsam singen: Der Sound glitzert und strahlt nur so, mit präzise peitschender Percussion, elektronischer Bassline und vollem Einsatz vom Dreamteam Charli-Christine. Kategorie: „Hymne“.

Lizzo – Juice

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Auch wenn sich bereits zwei Album-Veröffentlichungen in der jüngeren Vergangenheit finden, 2019 war das Jahr, in dem Lizzo von Null auf Hundert weltweite Beachtung fand und durch die amerikanische Rap-Szene bretterte. Dabei sollte man ihr diesjähriges, gefeiertes Album „Cuz I love you“ nicht auf Rap reduzieren: Die Künstlerin ist verankert in Gospel und Soul und kann dazu noch klassische Flöte spielen. Ein Katalog, zu dem man mit ihrem Hit „Juice“ auch Disco hinzufügen muss. Der beschwingte Song mutet an wie aus einer anderen Zeit, ruft uns mit rhythmischem Klatschen auf den Dancefloor und erinnert an den Sound von Hip Hop-Pionieren wie Grandmaster Flash.

Billie Eilish – Bad Guy

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Natürlich haken auch wir das Jahr 2019 nicht ab und lassen Billie Eilish und ihren Hit „Bad Guy“ dabei unerwähnt. Die 18-jährige Musikerin ist unbestreitbar das Phänomen der diesjährigen Pop-Musik und auch die letzten Skeptiker kommen nicht umhin die schiere Qualität ihres düster-morbiden Sounds zwischen Elektro und Singer-Songwriter anzuerkennen. Der entsteht im Gespann mit ihrem Bruder Finneas und malt schon auf dem Debüt-Album „when we all fall asleep, where do we go?“ eine präzise künstlerische Vision. Das Album hat seiner zarten Seiten, getragen von Klavier und von Billies Stimme, die so viel älter und reifer klingt, als sie es ist. „Bad guy“ ist da wohl eher ein Beispiel von Billies anderer Seite, mit pumpendem Four-To-The-Floor und bedrohlichen Flüstern. Der Song klingt wie ein finsterer Spuk, trotzdem aber auch mindestens genau so verspielt und tanzbar und vor allem erfrischend anders für das behäbige Pop-Business.

Stormzy – Vossi Bob

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Die Haltung leicht vornüber gebeugt, eine Hand auf die Brust, die andere weit vom Körper gestreckt – so geht er, der virale „Vossi Bop“-Tanz, den Stormzy zum Titel seines Erfolgshits erwählt hat. Auch wenn die Moves dafür bereits aus dem Jahr 2015 stammen, so richtig hebt der Tanz natürlich erst dank Stormzy ab, schließlich ließ der englische Rapper davor einige Zeit lang nicht von sich hören und die Erwartungshaltung war dementsprechend hoch. Statt wie gewohnt mit Grime oder Uk Drill zu hantieren, flext Stormzy auf „Vossi Bop“ so lässig wie auch hungrig über einen schnellen Beat mit kalten Klavier-Loops und verwischten Kicks, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Bon Iver – Hey Ma

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Bon Iver war einst so etwas wie der Blueprint für typischen Indie-Folk, mit sanfter Akustik und Justin Vernons charakteristischer Kopfstimme. Letztere ist geblieben, das mit der sanften Akustik hat sich zumindest teilweise erledigt. Vom puristischen Singer-Songwritertum ist Kreativgenie Justin Vernon inzwischen abgewichen, auf den letzten beiden Alben mischen sich auch vermehrt elektronisches Frickeln, unterschwellige Details und atmosphärische Flächen in den Gitarren-Sound. Als Highlight der aktuellen Platte sticht mit Konsens in der Redaktion aber auch bei den Fans weltweit, „Hey, Ma“ hervor. Ein Song, der vor allem von Justin Vernons kryptischen Zeilen getragen wird. Auf die Gitarre wird fast ganz verzichtet, stattdessen wird „Hey, Ma“ in unsichtbare Elektronik gebettet und vom Schlagzeug-Rhythmus in Form gehalten.

Vampire Weekend – Harmony Hall

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Wer bei Vampire Weekend an finstere Nachtgestalten denkt, hat direkt den ersten (nachvollziehbaren) Fehler begangen. Aber auf dem neuen Album „Father of the bride“ wird man schnell eines Besseren belehrt, spätestens auf Track Nummer Zwei, unserem Favorit „Harmony Hall“. Hier startet die amerikanischen Indie-Band mit quirliger Akustik-Gitarre und genretypischem Gesang von Ezra Koenig. Von da an wird der muntere Indie-Folk nur noch bunter: Trommeln blubbern vor sich hin und Piano-Akkorde strahlen über dem Bass, der zuverlässig unter dem ganzen Chaos rumort. Vampire Weekend vereinen Einflüsse aus Country, britischem Breakbeat und Barock-Geklimper als wäre es das Natürlichste der Welt und täuschen uns damit fast über den düsteren Text hinweg.

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