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Die besten HipHop-Tracks ohne Hook

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OG Keemo – Vorwort

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OG Keemo ist nicht nur der King of Ingwershots sondern auch einer der wohl eindrucksstärksten Rapper, den die Deutschrap-Szene derzeit zu bieten hat. Zusammen mit seinem kongenialen Produzenten-Buddy Funkvaterfrank ist Keemo Sabe der Lieblings-Lieferant in Sachen Kopfnicker-Bretter. Denn wer ganz ohne Vorwarnung auf brachialem Beat, wortgewaltige Lines wie „Ich gleit’ durch die Straßen wie ein Mantarochen“ hinlegt, emotional wie eindringlich über den Tod seiner Mutter erzählt, dessen Zeitpunkt mit dem seines Karrierestarts einhergeht, braucht keine Hook um einen Song zu erschaffen, der unter die Haut geht. Genau das beweist er auf dem „Vorwort“ seines 2018 erschienenen Mixtapes „Skalp“. Ungefilterte Gedankenwelt, die keine musikalisch eingängige Hookline braucht, um sich im Kopf der Hörerschaft festzukrallen.

KeKe – Intro (Donna)

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Eigentlich hat die aus dem österreichischen Krems stammende Rapperin KeKe Jazzgesang studiert, aber anstatt in die erste Reihe einer Bigband hat es die Künstlerin glücklicherweise in die hiesige Deutschrap-Szene verschlagen. Denn auch mit klassischer Musikausbildung oder vielleicht auch gerade deshalb, schafft es die Rap-Newcomerin mühelos eine musikalische Bandbreite von wummernden Trap-Bässen bis warmen R&B-Melodien zu präsentieren. Vergangenes Jahr legte sie mit „Donna“ ihre Debüt-EP vor, dessen gleichnamiger Opener ganz ohne Hook, dafür aber mit einem Duzend Ansagen daherkommt, die ihren Standpunkt in der Deutschrap-Szene nachhaltig markieren.

Rin – Voyage

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Wenn jemand im vergangenen Jahr mit seinem Album einmal mehr unter Beweis gestellt hat, dass er die Kunst der eingängigen Melodien und das Gespür für Refrains, die einem tagelang im Gehörgang festsitzen beherrscht, dann mit Sicherheit Bietigheims bekanntester Rotschopf Rin. „Wir wollen alle nach Amerika wie Nascar“, „Du weißt die Nacht hat ihren Preis, deine Augen wie ein Alien“, „Ich bin down mit meinen Brüdern an nem Montag“ – diese Reihe an Refrain-Zitaten könnte noch fünf Zeilen weiter geführt werden und ein Großteil der Deutschrap-Fans hätte zu besagten Worten vermutlich direkt die zugehörige Melodie im Kopf. „Nimmerland“ ist eine Fusion aus Materialismus, kindlichem Leichtsinn und schier unendlich vielen Referenzen an die Popkultur, die nicht gerade selten in genialen Melodien zusammenkommen. Mit „Voyage“ aber beweist Rin auch, dass er sich nicht zwingend dem Vers-Hook-Rezept unterwerfen muss, um einen albumtauglichen Rap-Song zu schreiben.

Casper – Kontrolle/Schlaf

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Drei Jahre nach einem ersten Ausrufezeichen mit „Hin zur Sonne“ veröffentlichte Casper im Sommer 2011 mit „XOXO“ ein Deutschrap-Album, dem rückblickend zurecht die Attribute „wegweisend“ oder „Meilenstein“ verpasst wurden. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lastet ein großes Gewicht auf den Schultern des Benjamin Griffey: Nicht nur erwartet Musik-Deutschland von ihm, ein ganzes Genre aus dem Winterschlaf zu erwecken, vielmehr verhandelt der Rapper auf seinem Album große und vor allem persönlichste Emotionen. Diese zu teilen ist ohne Frage eine große Herausforderung. Zwischen Indie-Pop, Alternative-Rock und harten Rap-Beats legt Casper außerdem seine breitgefächerte musikalische Sozialisation offen, zu der auch das Indie-Rock-Trio Barcelona aus Seattle, Washington gehört. Deren Song „Please Don’t Go“ sampelte Produzent Joshimixu, darüber liefert Casper Einblicke in dunkelste Gedankenwelten: „Zugegeben, ich kann Ian Curtis mittlerweile gut verstehen. Versuch‘ das Leben rosig zu sehen, aber Depression scheint niemals aus der Mode zu gehen.“

Ebow – AMK

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„Zu viele weiße, reiche Jungs im Rap, als wär’s ein fucking Golfclub-Treff“ – kaum eine andere Zeile hat den in der Mehrheit noch ziemlich enttäuschenden Status Quo der Deuschrap-Szene im vergangenen Jahr besser zusammengefasst als diese. Ebow hat mit diesem einen einleitenden Satz auf „AMK“ so viel Aussagekraft und Ausrufezeichen angehäuft, da kann man für den Rest des Songs getrost auf sowas wie einen Refrain verzichten. Wer Ebow nicht erst mit ihrem Debüt-Album „K4L“ kennengelernt hat, der weiß schon längst, dass Gesellschaftskritik und feministische Topics ganz wunderbar im Einklang mit wummernden Bässen daherkommen können. Einmal mehr Beweis dafür, dass hinter Turn-Up auch immer lyrische Finesse stecken kann, aber nicht immer ein Refrain stecken muss.

Frank Ocean – White Ferrari

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Wenn schonmal die Rede von durchaus unüblichen Songstrukturen ist und ebenso KünstlerInnen, die in der Lage sind durch Text, Beat und Aussagekraft einen zwei- bis dreiminütigen Song zu stemmen, der keine Hook vermissen lässt, dann darf natürlich auch der Soundästhetiker der letzten Jahre nicht fehlen. Überhaupt die Vorstellung, dass Frank Ocean sich ungeschriebenen Writing-Gesetzen wie Vers-Hook-Vers unterwirft, schient in seiner Aussprache paradox. Das 2016 im Rahmen von „Blonde“ erschienene „White Ferrari“ zählt nicht nur einen Refrain weniger, sonder außerdem 49 nie veröffentlichte Versionen des Songs. Frank Ocean, der es in den Arbeiten zu „Blonde“ auf insgesamt 50 Ausarbeitungen besagten Songs brachte, ließ seinen damals 15-jährigen Bruder darüber entscheiden, welche ihren Platz auf dem finalen Album finden sollte. Damit ist nicht nur musikalisches Vertrauen in die eigene Familie, sondern auch Oceans Mindest-Maß an Sorgfalt in Sachen Songkomposition markiert.

Shindy – Road2Goat

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Mit „Road2Goat“ lieferte Shindy einen One-Take Track, der Anfang März letztes Jahres laut eigener Aussage nicht die zweite Single-Veröffentlichung seines damals noch bevorstehenden Albums „Drama“ markierte, sondern vielmehr musikalisches Dankeschön an seine Fans symbolisierte. Straightes Storytelling, inklusive damliger Bestandsaufnahme, seinem Weg zum Erfolg und Emanzipation aus dem Bushido/Abou-Chaker Dunstkreis. An die Stelle eines Refrains tritt ein „Greatest Love Of All“-Sample, Hand in Hand gehend mit der Übersetzung des Songtitels „GOAT“ – „Greatest Of All Time“.

Stormzy – Shut Up

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Minimalistisches Musikvideo im knallroten Adidas Tracksuit und eine Rap-Performance mit verschmitzten Grinsen im Gesicht: Genau so präsentiert Londons Aushängeschild in Sachen Grime seinen Breakthrough-Hit „Shut Up“. In astreiner Freestyle-Manier wurde das Video 2015 im Kreise seiner Homies ganz spontan im Park gedreht, während Stormzy die Zeilen, mit denen er seine Zweifler ganz sanft aber bestimmt zerstört, spielerisch leicht über die Lippen gehen. Damit generierte Michael Omari völlig zurecht einen viralen Hit, der noch immer insgeheimes Konzert-Highlight und grundsätzliche Grime-Anspielstation ist. Seine Dominanz in der britischen Musiklandschaft baute der talentierte Rapper in den letzten 5 Jahren, mithilfe seiner zwei bisher erschienenen Alben „Gang Sings & Prayer“ und „Heavy Is The Head“ längst über das Sub-Genre Grime hinaus.

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