Die Hinterlandgang blickt in ihrem Debütalbum über den „Maschendraht“
Albert und Pablo sind gemeinsam die Hinterlandgang. Ohne sich hinter dem Künstlernamen zu verstecken, gibt es bei dem Rap-Duo rohe Echtheit. Zwei Freunde aus dem „Hinterland“, die gemeinsam aufgewachsen sind, und sonst nichts. Sie machen zusammen Rap-Musik mit einem Anspruch: möglichst direkt ihr Leben auf Text und Beat wiederzugeben. Aufgewachsen sind die beiden auf dem Land in der Nähe der vorpommerschen Kleinstadt Demmin und in Greifswald. Und genau von da kommt die Inspiration zu ihrer Musik und ihrem Debütalbum „Maschendraht“.
Als eine Ode an das Gefühl zwischen Bleiben und Gehen könnte man das Album getrost beschreiben. Jedoch mit einer klaren Entscheidung fürs Bleiben. Obwohl da dann doch der Gedanke bleibt, der immer wieder „Was wäre, wenn …“ sagt. Denn das Hinterland ist nicht nur geprägt von Landschaftsidylle, auch wenn es auf den ersten Blick so scheint. Zwischen Armut, Nazis und Menschenfeindlichkeit gibt es da diese Blumenwiesen, die so schön riechen, dass all diese Probleme nicht so schwer zu sein scheinen, wie sie es sind. Ohne an dieser Wiese gerochen zu haben, versucht die Hinterlandgang ihre Verbundenheit zur Dorfheimat so auszudrücken, dass verstaubter Patriotismus auf der Strecke bleibt. Denn eine Jugend auf dem Land kann schön, bereichernd und gleichzeitig offen sein.
„Maschendraht“ bewegt sich zu dieser Message zwischen melodiösen Hooks, Battle-Ansagen, Representer, Storytelling, Party-Brecher und zutiefst gefühlvollen Einblicken in das Innenleben der Protagonisten. Das Projekt besitzt dabei eine gewisse Greifbarkeit für alle, die diese Themen berühren – aber auch für diejenigen, die ihre Landjugend vermissen, verabscheuen oder gar keine hatten.
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