In ihrem Video zu „Explosionen“ simulieren die Nerven ein Livestream-Konzert mit VR-Unterstützung
Kennt ihr das? Ihr hängt am Handy, seht irgendwas Lustiges und tippt „Hahahahahahaha“, Lach- oder sogar Tränen-Emojis, aber eure Miene bleibt in der Realität unverändert? Dieses kommunikationstheoretische Phänomen nennen manche Experten „Digitale Verrohung“. Genau diese Digitale Verrohung haben Die Nerven in ihrem neuen Video festgehalten und kritisiert.
Gemeinsam mit den Regisseuren Max Gruber, Benjamin Schieck und Torben Hodan hat die Band eine Utopie erschaffen, in der man Konzerte nicht nur auf dem eigenen Smartphone streamen, sondern auch mit einer Virtual Reality Brille erleben kann. Fans von Die Nerven klemmen sich also bequem vom Sofa aus hinter ein digitales Endgerät ihrer Wahl und können einer brachialen Performance der Band beiwohnen. Dabei gehen offensichtlich entscheidende Elemente eines Konzerts verloren, denn die Zuschauer scheinen von vollkommener Lethargie befallen zu sein. Selbst wenn sie sich im gleichen Raum befinden findet kein Austausch und generell keine Regung statt. Man kann das Video als traurige Prognose verstehen, die zeigt wo es hingehen kann, wenn man sich Social-Media und der allgegenwärtigen Überkommunikation vollkommen unreflektiert hingibt. Gleichzeitig macht es den wage formulierten Inhalt des Songs greifbarer und verleiht ihm einen neuen, kritischen Kontext.
Die Nerven – Explosionen
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